Zu wenig Bewegung

Übergewicht ist im Werra-Meißner-Kreis ein großes Problem

Eschwege. Die Menschen in Hessen bewegen sich zu wenig. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit Hessen.

Nur rund die Hälfte aller Hessen kommt auf die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Bewegungszeit von 150 Minuten pro Woche. In Verbindung mit ungesunder Ernährung führt das zu einer steigenden Zahl stark übergewichtiger Patienten.

Dass dieses Phänomen auch im Werra-Meißner-Kreis ein Problem ist, bestätigt die BKK Werra-Meißner, bei der knapp ein Drittel der Menschen im Kreis versichert sind. Siebenmal sei Adipositas im vergangenen Jahr als Hauptdiagnose gestellt worden. 282-mal sei Übergewicht als Nebendiagnose Grund für andere Erkrankungen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist nach den Zahlen der BKK ein leichter Rückgang zu verzeichnen. „Insgesamt ist Adipositas im Kreis ein größeres Problem, die Zahlen stabil und tritt häufig auf“, sagt Heiko Dilling von der BKK Werra-Meißner, der die Satistik ausgewertet hat. Im Vergleich zu ihren Versicherten aus anderen Landkreisen sind adipöse Probleme im Werra-Meißner-Kreis stärker verbreitet, hat die BKK herausgefunden. Die Krankenkassen im Kreis reagieren auf diesen Umstand mit Präventionsprogrammen.

Im Klinikum Werra-Meißner, zertifiziertes Adipositas-Zentrum, wird Ende des Monats ein professioneller Gewichtsreduktionskurs angeboten. Der Kursus umfasst 145 Unterrichtsstunden verteilt auf 40 Termine und wird dienstags und donnerstags am Standort Eschwege ab September zusammen mit dem Ärztenetz Werra-Meißner veranstaltet. 

Das Therapiekonzept des Kurses beruht auf vier Säulen: Ärztliche Betreuung, Psychologische Betreuung, Ernährungsberatung in Theorie und Praxis (Kochschulungen) und Bewegungstherapie. Der Kurs kostet für das halbe Jahr 665 Euro und wird teilweise durch die Krankenkassen getragen. Infos: 05651/82-1651 (9.30 bis 12 Uhr). 

BMI ist ein grober Richtwert

Der lateinische Begriff Adipositas bedeutet starkes oder krankhaftes Übergewicht, oft wird er auch als Fettleibigkeit übersetzt. Mit zunehmendem Übergewicht steigt das Risiko für Erkrankungen, die mit der Adipositas zusammenhängen. Ein grobes Maß dafür ist der Body-Mass-Index (BMI). Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird von einer Adipositas gesprochen, wenn Menschen einen BMI von über 30 kg/m² haben. 

Der BMI berechnet sich, indem man das Körpergewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Meter im Quadrat teilt. Beispiel: Ich bin 1,65 Meter groß und wiege 75 Kilogramm. Dann teile ich die 75 Kilo durch 1,65x1,65 (2,72). Heraus kommt ein BMI von 27,5. Der BMI ermöglicht eine Einteilung in Adipositasgrade. Das Normalgewicht liegt laut WHO zwischen 18 und 25.

Rubriklistenbild: © Waltraud Grubitzsch/dpa

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