2018 zwei Täter beraten

Nur vereinzelte rechte Vorfälle im Werra-Meißnerkreis

Entgegen dem Trend im restlichen Land Hessen gibt es im Werra-Meißner-Kreis nur sehr wenige Fälle mit rechtsextremistischem, rassistischem oder antisemitischem Hintergrund. Das hat das Demokratiezentrum Hessen jetzt in seiner jüngsten Studie aus dem Jahr 2018 veröffentlicht.

Im Werra-Meißner-Kreis gab es im vergangenen Jahr lediglich zwei Beratungsfälle für Menschen, die auffällig geworden waren. Mit 248 Vorfällen im gesamten Bundesland wurde ein neuer Höchstwert für Hessen erreicht.

„Tendenziell sind solche rechtsextremen Vorfälle im Werra-Meißner-Kreis seit langer Zeit wenig zu beobachten“, sagt Katharina Franke von der Koordinierungsstelle Partnerschaft für Demokratie im Landkreis, die auf Burg Ludwigstein beheimatet ist. Franke führt das auf ein „hohes zivilgesellschaftliches Engagement“ und ein „intaktes soziales Gefüge“ zurück. „Solche Umstände verhindern im Vorhinein schon viel“, sagt Franke.

Katharina Franke von der Koordinationsstelle Partnerschaft für Demokratie.

Sie lobt zudem die gute Zusammenarbeit im kreisweiten Netzwerk, zu dem der Ausländerbeirat der Stadt Eschwege, die Kreisjugendförderung, die Bürgerstiftung Werra-Meißner, Omnibus und die Initiative „Bunt statt braun“ gehören. Auch Landrat Reuß und die Kreisverwaltung handelten umsichtig.

Auch in diesem Jahr hat die Koordinierungsstelle erst von zwei Taten mit rechtsextremen Hintergrund erfahren. Im Mai wurde ein Mann in die Psychiatrie eingeliefert, weil er „Sieg Heil“ am Eschweger Stadtbahnhof geschrien hatte, im August wurden in der Sankt-Marien-Kirche in Bad Sooden-Allendorf ein Hakenkreuz in einen Holzsockel geritzt.

Im ersten Fall kümmerte sich ein mobiles Beratungsteam aus Kassel um den Parolenrufer. Trotz der geringen Anzahl von Vorfällen geht Franke nicht davon aus, dass der Kreis eine Insel der Unschuld sei. In den Nachbarkreisen wie Kassel oder Hersfeld-Rotenburg und besonders in Thüringen seien rechtsextreme Tendenzen stärker. „Wir müssen aufpassen, dass diese Tendenzen nicht zu uns herüberschwappen. Dabei helfe die Präventionsarbeit der Koordinierungsstelle.

Rechtsextreme Tendenzen melden

Rund 250 Beratungsfälle und insgesamt mehr als 400 Präventionsmaßnahmen gegen Rechtsextremismus registrierte das „Beratungsnetzwerk Hessen“ in Marburg im vergangenen Jahr. Das ist ein Höchststand für Hessen. Im Kreis hat die Koordinierungsstelle „Partnerschaft für Demokratie“ seit der Gründung 149 Präventionsmaßnahmen angeboten. Sie werden häufig hinzugerufen, wenn in Schulen oder Vereinen rechtsextreme Tendenzen zu spüren sind.  (bho)

demokratie-leben-wmk.de

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen dpa/lnw

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.