Tropeninstitut bestätigt Infektion

Westnil Virus erreicht Deutschland: Pferd in Thüringen infiziert - ein Mensch erkrankt 

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Weidenhäuser Tierärztin Michaela Seifert geht davon aus, dass das für Pferde gefährliche Westnil Virus bald den Werra-Meißner-Kreis erreicht.

Das für Mensch und Tier gefährliche Westnil Virus hat auch die Region erreicht. In Thüringen ist ein Pferd erkrankt, das Tropeninstitut hat eine Infektion beim Menschen bestätigt. 

Das für Menschen und Pferde gleichermaßen gefährliche und ursprünglich aus Afrika stammende Westnil Virus hat die Region erreicht. Vor vier Wochen wurde bei einem Pferd im benachbarten Thüringen das Virus festgestellt. Das Tropeninstitut hat jetzt eine erste Infektion in Deutschland bei einem Menschen bestätigt.

Westnil Virus: Grippeähnliche Symptome beim Menschen

Während bei einer Infektion beim Menschen eher grippeähnliche Symptome wie Schlappheit, Fieber und in schwereren Fällen eine Gehirnhautentzündung auftreten können, werden Pferde schwer krank. Für sie kann das Virus tödlich sein.

Infizierte und erkrankte Pferde leiden schwer

Wie die Weidenhäuser Tierärztin Michaela Seifert beschreibt, leiden die Tiere unter Schluckbeschwerden, können nicht trinken, zeigen zentralnervöse Symptome, reagieren völlig wesensverändert und haben starke Fieberschübe. „Wenn die Krankheit beim Pferd wirklich ausbricht, ist sie sehr schwerwiegend“, sagt Michaela Seifert.

Virus wird über heimische Stechmücke übertragen

Sie geht davon aus, dass das Virus in Kürze auch den Werra-Meißner-Kreis erreichen wird, weil der Übertragungsweg einfach ist und der Angriff praktisch aus der Luft stattfindet.

Träger sind Zugvögel aus Afrika 

Eigentlicher Träger des Westnil-Virus sind Zugvögel. Werden diese von Mücken gestochen, übernehmen die Insekten das Virus und übertragen es beim nächsten Stich an Mensch oder Pferd. Während der Sauger unbehelligt bleibt, erkranken Menschen und Tiere, weil sie Endwirt sind.

Virus: Keine Impfung für Menschen, aber für Pferde möglich

Behandelt werden kann die Infektion mit dem Westnil-Virus nur symptomatisch. Für Menschen gibt es keine Impfung, aber für Pferde. „Es ist auf alle Fälle besser, die Tiere vorher zu impfen“, empfiehlt die Tierärztin. Mit einer Grundimmunisierung könne zu Beginn des nächsten Jahres begonnen werden.

Als Schutz für Pferde rät sie, diese möglichst nicht in der Morgen- oder Abenddämmerung, also zu den Mückenflugzeiten, draußen zu lassen – sie weiß, dass das in der Praxis wenig realistisch ist. Menschen sollten sie wie gewohnt gegen Mückenstiche schützen.

Heiße Temperaturen begünstigen Ausbreitung des Westnil Virus

Das Westnil-Virus verläuft nur bei einem kleinen Teil der betroffenen Menschen schwer. Das ursprünglich aus Afrika stammenden Virus hat sich beispielsweise in den USA seit Beginn der 2000er-Jahre rasant verbreitet. 

Experten gehen davon aus, dass sich das Virus auch in Mitteleuropa stark ausbreiten wird. Das Ausmaß hängt von der Temperatur ab. Heiße Sommer wie zuletzt begünstigen die Ausbreitung. Überträger sind heimische Stechmücken.

Infoveranstaltung zum Westnil-Virus in Weidenhausen

Am Dienstag, 17. Dezember, gibt es um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Weidenhausen eine kostenlose Infoveranstaltung.

In Waldkappel wurde jüngst bei einem Wildschwein die Aujeszkysche Krankheit nachgewiesen. Die kann für Hunde und Katzen tödlich enden. 

Bei einem Verkehrsunfall am Mittwochmorgen auf der Landesstraße zwischen Korbach und Goddelsheim ist ein Pferd ums Leben gekommen.

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