Wichtig für den Adventsmarkt: So kann man sich vor Gaunern schützen

So schnell kann’s gehen: Ein Taschendieb nutzt die Gelegenheit und zieht aus der nur leicht mit einem Druckknopf gesicherten Handtasche einer Weihnachtsmarkt-Besucherin die Geldbörse heraus. Für Taschen- und Trickdiebe sind Weihnachtsmärkte ein Eldorado. Die Polizei gibt Tipps, wie man sich vor den Maschen der Diebe und Betrüger schützen kann. Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Werra-Meißner. Glühwein, heitere Stimmung und Gedränge vor den Buden: Ideale Bedingungen für Taschen- und Trickdiebe, um auf Weihnachtsmärkten dicke Beute zu machen.

Wer jetzt nicht auf seine Wertsachen aufpasst und sorglos im Umgang mit Fremden ist, wird schnell um Geld oder Smartphone erleichtert. Jörg Künstler von der Polizei in Eschwege kennt die Tricks der Diebe und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.

Gibt es einen Unterschied zwischen Taschen- und Trickdieb? 

Ja. Taschendiebe nutzen spontan die Sorglosigkeit der Menschen aus. Eine Geldbörse in der offenen Handtasche beispielsweise ist für sie eine Einladung um zuzugreifen. Trickdiebe gehen gezielter und methodischer vor. Oft sind sie in Gruppen unterwegs, damit einer das Opfer ablenken kann.

Was sollte ich grundsätzlich beachten, wenn ich auf eine größere Veranstaltung wie einen Weihnachtsmarkt gehe?

Im Geldbeutel sollte man nur das Nötigste aufbewahren. Oft ist es besser, EC- und Kreditkarten sowie unbenötigte Papiere zu Hause zu lassen. Deren Verlust ist oft noch ärgerlicher als gestohlenes Bargeld. Vorsicht ist auch geboten, wenn man von Fremden angesprochen wird. Natürlich ist nicht jeder Fremde ein Dieb, aber es lohnt sich besonders im Gedränge, die Taschenverschlüsse im Auge zu behalten.

Wie schütze ich mich vor Taschendieben?

Wertsachen sollten nicht in die hintere Hosentasche oder in die Außentaschen von Mänteln gesteckt werden, sondern genau wie der Ausweis in den Innentaschen aufbewahrt werden. Die Reißverschlüsse immer geschlossen halten. Brustbeutel und Gürteltaschen bieten größere Sicherheit vor Langfingern, doch Frauen haben meist eine Handtasche dabei. Ihnen empfehle ich, den Schulterriemen über den Kopf zu ziehen, damit die Tasche nicht weggerissen werden kann. Hilfreich ist auch, die geschlossene Tasche im Gedränge dicht an den Körper zu drücken, mit der Seite nach innen, an der sich Reißverschluss und Druckknopf befinden.

Und Trickdiebe, was sind deren typische Maschen? 

Am bekanntesten ist wohl der Rempeltrick, oft wird das Opfer dabei auch beschmutzt, zum Beispiel Glühwein aufs Jackett geschüttet. Während der angeblich besorgte Verursacher den Dreck wegputzt und das Opfer so ablenkt, greift ein Komplize unbemerkt in die Taschen. Auch beliebt ist der Spendentrick. Hierbei geben die Täter vor, Geld für Bedürftige zu sammeln. Während das Opfer bereits das Portemonnaie in der Hand hat, soll auf einem Klemmbrett, mit dem die Börse verdeckt wird, ein Papier angesehen oder unterzeichnet werden. Dabei greifen die Täter unbemerkt zu. Gängig ist auch der Geldwechseltrick, der häufig bei Parkscheinautomaten vorkommt. Die Täter wollen Münzen wechseln und sprechen oft Senioren an, die sie für hilfsbereit halten. Wenn die Börse gezückt wird, haben sie es plötzlich eilig und wollen schnell selbst die Geldstücke herausholen. Dabei ziehen sie auch die Scheine mit heraus.

Wie bemerke ich, dass ich es mit einem Betrüger zu tun habe, und schütze mich? 

Jeder Mensch hat im Umgang mit Fremden ein natürliches Distanzgefühl. Im Getümmel lässt sich Enge nicht immer vermeiden, aber wenn der angemessene Abstand in normalen Gesprächssituationen unterschritten wird, ist Vorsicht und Nein-Sagen angebracht. Im Zweifelsfall die Geldbörse sofort zumachen. Niemand darf hier einfach hineingreifen, das muss unmissverständlich klargemacht werden. Jemand, der ehrlich Geld wechseln möchte, hat auch 15 Sekunden dafür Zeit.

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