Vögel wurden zur Beweissicherung tiefgefroren

Prozess um tote Gänse: Toter Hund soll exhumiert werden

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Muss möglicherweise wieder ausgegraben werden: der 2014 verstorbene Hund Elvis. 

Grebendorf. Verhandlung vor Kasseler Landgericht: Weil Schäferhund Elvis aus Eschwege zu Lebzeiten Gänse getötet haben soll, wird seine Leiche nun vielleicht wieder ausgegraben.

Man kennt das eigentlich nur aus dem Fernsehen: Leichen werden wieder ausgegraben, weil es neue Erkenntnisse in einem Mordfall gibt. In der Regel handelt es sich dabei um die sterblichen Überreste von Menschen.

In einem Eschweger Garten soll, wenn es nach dem Willen einer Frau aus Grebendorf geht, die Leiche von Schäferhund Elvis ausgegraben werden. Der war im Februar 2014 an Altersschwäche gestorben. Kurz zuvor aber soll er noch einmal zugeschlagen haben: Auf einer Weide in Grebendorf wurden in der Vorweihnachtszeit 2013 sechs Gänse totgebissen. Deren Besitzerin, die für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, beschuldigt Hund Elvis.

Elvis litt an Arthrose 

Besitzer Hans-Peter Schwendt ist angeklagt, weil sein Schäferhund sechs Gänse getötet haben soll.

Der litt zu dem damaligen Zeitpunkt aber bereits an Arthrose und sackte beim Gehen immer ein, sagen dessen Besitzer Hans-Peter und Ursel Schwendt aus Grebendorf. Und länger als 15 Minuten hätte er sich nicht mehr auf den Beinen halten können. Die Leiden ihres Tieres hat sich das Ehepaar tierärztlich bestätigen lassen. Die Besitzerin der Gänse glaubt dennoch an die Schuld des damals 14 Jahre alten Schäferhundes und zeigte die Familie an. Sie möchte den Wert der Gänse erstattet bekommen - gut 800 Euro.

„Das ist doch lächerlich, womit sich die Richter beschäftigen müssen“, sagt der 68-jährige Schwendt. „Elvis war zu dem Zeitpunkt krank, zudem haben wir ihn nie ohne Leine laufen lassen.“

Klägerin will Gutachten 

Darin liegt der Knackpunkt: Die Klägerin sagt laut den Schwendts, dass der Hund ausgebüchst sei und drei Tage lang allein im Wald umherirrte, der nahe ihrer Wiese liegt. Dabei soll er über einen 1,70 Meter hohen Zaun gesprungen sein und einen Teil der Gänse vertrieben sowie sechs Tiere getötet haben.

Der Vorfall wird derzeit vor dem Landgericht Kassel verhandelt, wie Pressesprecher Dr. Christian Springmann bestätigte. Hier heißt es, die Klägerin wäre in der Beweispflicht, weshalb sie einen vom Gericht beauftragten Gutachter einbeziehen möchte. Der soll das Gebiss des toten Hundes mit den Malen an ihren toten Gänsen vergleichen. Die seien nach Angaben der Schwendts eingefroren. „Dafür soll die Klägerin einen Vorschuss an die Gerichtskasse zahlen“, sagen die Schwendts. Weil das noch nicht geschehen sei und die Frist in wenigen Tagen verstreiche, sei man gespannt, ob Elvis wirklich exhumiert werden soll.

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