Alltagshilfe leichter abrufbar

Pflegebedürftige dürfen auch Nachbarin engagieren

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Stehen beratend zur Seite: Claudia Schwalm (links) und Alexandra Sennhenn vom Seniorenbüro. 

Es trat bereits Ende April 2018 eine Ergänzung zur Pflegeunterstützungsverordnung in Kraft. Sie soll mehr Menschen ermöglichen Zuhause zu bleiben. 

Richtig anlaufen tut es allerdings erst jetzt.

Bisher konnte der sogenannte Entlastungsbetrag, mit dem Unterstützung und haushaltsnahe Dienstleistungen bezahlt werden können, nur bei ehrenamtlich Tätigen oder Pflegediensten genutzt werden. Jetzt gibt es zwei weitere Anbieterformen: Zum einen gewerblich oder selbstständig tätige Personen, zum anderen Einzelpersonen in unmittelbarem Beschäftigungsverhältnis mit dem Unterstützungsbedürftigen. 

Den Entlastungsbetrag, der ab Pflegegrad 1 zur Verfügung steht, gibt es seit 2015. Er liegt bei allen Pflegegraden monatlich bei 125 Euro. Der Betrag kann bis Ende Juni des Folgejahres übertragen werden und dient zur Entlastung der Angehörigen: von der Begleitung zum Arzt und zum Einkaufen bis hin zum Kochen und Putzen.

Pflegedienste haben zu wenig Kapazitäten

„Die ambulanten Pflegedienste haben keine Kapazitäten, um ausschließlich diese Leistung zu erbringen“, erklärt Claudia Schwalm vom Pflegestützpunkt des Kreises das Problem. Sie und ihre Kollegin Alexandra Sennhenn hätten daher zwei bis drei Mal pro Woche eine Anfrage von jemand erhalten, dem mit Pflegegrad 1 zwar der Entlastungsbetrag, jedoch keine Pflegeleistung zustand, weswegen er keinen Anbieter fand. 

Nun könne sich auch die Nachbarin als Leistungserbringerin anerkennen lassen, wenn sie die Basisqualifikation von 40 Stunden absolviert und einen Minijob dafür angemeldet habe. Die nächstgelegenen Bildungsträger zur Absolvierung der Basisqualifikation sind in Alsfeld und Kassel, wegen eines Angebots im Kreis laufen derzeit Gespräche.

Nur zwei Dienste erfüllen die Qualifikationen

„Aktuell gibt es zwei Dienste – einen Reinigungsdienst und ein Unternehmen, das Kinder mit Behinderung betreut – welche die Qualifikation erfüllen“, sagen Schwalm und Sennhenn. Der Bedarf sei jedoch groß, weswegen sie auf weitere Interessenten hoffen. Antragsunterlagen sowie Hilfe bei der Erstellung eines Konzepts und der Abrechnung gibt es im Pflegestützpunkt.

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