Wort zum Jahreswechsel von Landrat Reuß: Das Ehrenamt nicht überfordern

StefanReuß

Werra-Meißner. Das Jahr 2014 war für den Werra-Meißner-Kreis ein ganz besonderes. Diese Aussage stellt Landrat Stefan Reuß (SPD) seinem Wort zum Jahreswechsel voran.

Er erinnert an das 40-jährige Bestehen des Landkreises und die Feierlichkeiten aus diesem Anlass. Sowohl beim Empfang im März als auch beim 4. Werra-Meißner-Tag am 3. Oktober habe sich der Kreis „als lebendiges Gemeinwesen präsentiert“, in dem die Bürger gerne lebten und sich vielfältig engagierten.

Gerade das große Engagement der Menschen im Kreis erachtet Reuß als „ein besonderes Merkmal unserer Region“. Das könne „uns optimistisch auf die Zukunft blicken lassen“. Vieles sei gemeinsam in den vergangenen Jahrzehnten erreicht worden, auch mangele es weiterhin nicht an guten Ideen und der Freude, sich für die weitere Entwicklung des Kreises einzusetzen.

Ihm sei es „sehr wichtig, dieses Engagement zu fördern und zu würdigen“, betont der Landrat. Zugleich macht er auch deutlich: „Wir dürfen das Ehrenamt nicht überfordern.“

Nicht alles, was gesellschaftlich notwendig und wichtig ist, lasse sich ehrenamtlich leisten, sagt Reuß. „Wir müssen deshalb aufpassen, dass bei allen Sparbemühungen der öffentlichen Hand nicht eine Überforderung der Bürger einsetzt.“ Dazu zähle neben finanziellen Belastungen auch ein zu hohes Maß an Forderungen nach ehrenamtlichem Engagement.

Und weil „Steuern und Gebühren keine Stellschrauben sind, die endlos weiter gedreht werden können“, erwartet er, dass Land und Bund ihrer Verantwortung für die Kommunen gerecht werden. Reuß’ Forderung an Hessens Finanzminister: Sorge tragen dafür, dass der Kommunale Finanzausgleich so gestaltet wird, dass die kommunale Ebene ihre vielfältigen Aufgaben wahrnehmen und beispielsweise Infrastrukturen für Vereine bereitstellen und Jugendliche sozialpädagogisch betreuen kann.

Im Hinblick auf das Auslaufen des Solidarpaktes 2019 hält Reuß es für richtig, darüber nachzudenken, den Solidarzuschlag so weiter zu entwickeln, dass mit den Einnahmen daraus in ganz Deutschland die Regionen gefördert werden, die struktureller Hilfe bedürfen. Der Werra-Meißner-Kreis habe mit dem Auslaufen der Zonenrandförderung einen schwierigen Anpassungsprozess durchlebt. Und die Menschen im Kreis hätten die Probleme, die sich daraus ergaben, mit viel Verständnis für die Notwendigkeit des Aufbaues Ost getragen.

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