Werra-Meißner: Tiere fressen Jungbäume an

Regen mindert Ausfall neu bepflanzter Flächen im Werra-Meißner-Kreis

Rothirsch im Herbst
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Junge Bäume sind ein beliebtes Fressen von Wildtieren wie Hirschen.

Wegen des Regens sind neu bepflanzte Waldflächen gut durch den Sommer gekommen. Im Bereich des Forstamts Hessisch Lichtenau sind 2021 durchschnittlich nur fünf Prozent ausgefallen.

Werra-Meißner – 2020 waren es laut Raphael Wulf vom Forstamt Hessisch Lichtenau noch 50 Prozent „Das Wetter war sehr günstig für die Neupflanzungen“, sagt er. Wulf weist jedoch darauf hin, dass der Zustand der Flächen je nach Standort im Werra-Meißner-Kreis sehr unterschiedlich ist.

Auch Dr. Thomas Rysavy, Leiter des Forstamts Wehretal,hatte in den vergangenen Jahren wegen der Trockenheit etwa 50 Prozent ausgefallene Flächen in seinem Zuständigkeitsbereich zu beklagen. „Dieses Jahr sind es höchstens 20 Prozent“, sagt der Forstamtsleiter.

Nicht das Wetter, sondern die Begleitvegetation und Wildtiere waren 2021 ein großes Problem für neu bepflanzte Flächen, so Wulf. „Die Begleitvegetation, zum Beispiel Gräser, Farn und Brombeeren, überwachsen junge Bäume und nehmen ihnen das Licht.“

Zudem seien sie ein Konkurrent um Wasser und Nährstoffe. „Um den jungen Bäumen zu helfen, ist deshalb eine intensive Pflege notwendig, die auf den vorhandenen Flächen schwierig ist.“ Ein weiteres Problem: „Die jungen Bäume sind ein beliebtes Fressen von Wildtieren wie Hirschen und Rehen“, sagt Wulf.

Außer dem Bewuchs und dem Fraß von Wildtieren setzen Rüsselkäfer den jungen Bäumen zu. „Es hat einen starken Befall gegeben“, sagt Rysavy. „Die Tiere fressen die Rinde von ganz jungen Nadelbäumchen im Alter von einem Jahr bis fünf Jahren.“

Für Laubbäume seien Mäuse ein Problem. „Sie vermehren sich auf den neu bepflanzten Waldflächen wegen des wachsenden Grases.“ Besonders im Winter fräßen sie sich durch armdicke Baumstämme. „Die Mäuse unterbrechen damit den Saftfluss der Bäume“, erklärt Rysavy. Die Folge: „Die Pflanzen sterben ab.“

Bei starkem Mausbefall kann das zu einem totalen Ausfall von neu bepflanzten Waldflächen führen, so der Wehretaler Forstamtleiter. „Die Mäuse müssen deshalb rechtzeitig bekämpft werden.“(Von Fabian Becker)

Trockenheit und Borkenkäfer setzen Wald zu

Der Wald im Werra-Meißner-Kreis hat durch die Trockenheit der vergangenen Jahre gelitten. Auch Borkenkäfer hatten es leicht, denn die Bäume hatten nicht so viel Wasser, um genug Harz zu produzieren, mit dem sie sich gegen die Tiere wehren. Diese verkleben und sterben, so Wehretals Forstamtsleiter Dr. Thomas Rysavy. Waldflächen mussten teils neu bepflanzt werden. Besonders betroffen: Nadelbäume wie Fichten und Lärchen.

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