Werra-Meißner-Kreis: Müllmenge steigt

Spraydosen und Gas-Kartuschen werden im Werra-Meißner-Kreis oft falsch entsorgt

Hier türmt sich der Müll: Am Bebelplatz/Ecke Dörnbergstraße liegen unabhängig vom Abholtermin oft massenweise gelbe Säcke.
+
Die Abfallmenge im Werra-Meißner-Kreis steigt: Besonders Spraydosen und Gas-Kartuschen werden oft falsch entsorgt. Sie gehören in den Gelben Sack und die Gelbe Tonne.

Die Abfallmenge im Werra-Meißner-Kreis ist 2020 weiter gestiegen. Schon im Vorjahr hatte sich das angedeutet. Der Anstieg wird bei den Sonderabfall-Kleinmengen am deutlichsten.

Werra-Meißner – Wie der Kreisausschuss nun bekannt gibt, ist ihr Aufkommen, zu dem unter anderem Insektenschutzmittel, Dünger und Farbreste gehören, um 23 Prozent gestiegen.

„Die Menge der Sonderabfallkleinmengen hat sich von 86 Tonnen auf 106 Tonnen erhöht“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Grund dafür könne die Aufklärungsarbeit der Kreisabfallberatung sein, wodurch der Sonderabfall nun nicht mehr falsch entsorgt werde. „Hier könnte auch die Zunahme der Entrümpelungen in der Corona-Pandemie eine Rolle spielen.“ Das sei auch ein möglicher Grund für die Zunahme von entsorgten Elektrogeräten und Sperrmüll. Während die Menge der Geräte von 835 Tonnen um 16 Prozent auf 970 Tonnen stieg, erhöhte sich die Sperrmüllmenge von 4000 Tonnen um 12,5 Prozent auf 4500 Tonnen.

Geringer ist der Anstieg des Bioabfalls. Die Menge erhöhte sich um 4,6 Prozent von 9930 Tonnen auf 10 390 Tonnen. Der Anstieg der Hausmüllmenge ist noch geringer: Sie wuchs um 2,5 Prozent von 8300  auf 8500 Tonnen. „Das könnte durch Corona verursacht worden sein, da Reisen nur eingeschränkt möglich waren und mehr Müll im eigenen Haushalt angefallen ist“, sagt Klinge.

Zudem sind 2020 laut Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann (Grüne) mehr Druckgaspackungen, Campinggas-Kartuschen und Spraydosen fälschlicherweise im Restmüll gelandet. Diese seien oft nicht geleert, wodurch ein hohes Risiko von Verpuffungen und Bränden entstehe. „Die Entsorgungsmitarbeiter werden einer Gefahr ausgesetzt“, sagt er.

Dosen und Kartuschen gehörten in den Gelben Sack und die Gelbe Tonne. Sollten sie defekt sein und nicht entleert werden können, müssten sie beim Wertstoffhof in Meißner-Weidenhausen oder beim Schadstoffmobil abgegeben werden. Sonst gingen Rohstoffe verloren. Gase würden so zudem nicht durch Abgasreinigungsanlagen erfasst und belasteten die Umwelt. (Von Fabian Becker)

So werden Masken und Schnelltests entsorgt

Masken und Coronatests sind über die Restmülltonne zu entsorgen, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. „Die Abfälle der Tests sollten in den Kunststofftüten weggeworfen werden, die der Packung beiliegen.“ Ein Durchschneiden der Maskenhalter sei nicht erforderlich. Es werde oft empfohlen, um Tiere zu schützen, die sich darin verhedderten. Masken gelangten jedoch über die Tonne und Sammelfahrzeuge direkt in die Entsorgungsanlage. Tiere kämen damit nicht in Kontakt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.