Werra-Meißner-Kreis: Gäste bleiben weg

Wirte und Hoteliers im Werra-Meißner-Kreis beklagen Corona-Schutzregeln in Hessen

Christian Pelikan, Dehoga-Kreisvorsitzender.
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Christian Pelikan, Dehoga-Kreisvorsitzender.

In Hessen müssen die Gäste einen gültigen Negativ-Coronatest vorweisen, wollen sie nicht auf der Terrasse oder im Biergarten essen. Sonst dürfen sie im Gastraum nicht Platz nehmen.

Werra-Meißner – Möglich ist dies nur vollständig Geimpften und Genesenen, aber das ist noch die Minderheit, viele Gaststätten haben deshalb derzeit auch nur draußen Betrieb. Und gerade am Wochenende ist ein Test auch nicht in jedem Testzentrum zu bekommen, manche haben bereits wieder dichtgemacht.

In allen Bundesländern rund um Hessen gilt diese Testpflicht nicht. „Das ist nicht nachvollziehbar und eine absolute Ungerechtigkeit“, fasst Christian Pelikan die Meinung seiner Kollegen zusammen. Der Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), der Restaurants und ein Hotel in Bad Sooden-Allendorf betreibt, sieht die wirtschaftlichen Auswirkungen durch die unterschiedlichen Corona-Regeln hier im Dreiländereck als besonders drastisch an. Einheimische radelten zum Kaffeetrinken einfach die drei Kilometer ins thüringische Wahlhausen, wo sie keinen Test vorweisen müssen, nennt Pelikan als Beispiel. Und Tagesgäste aus Göttingen sagten ihren Tisch wegen schlechten Wetters kurzfristig wieder ab.

Ähnliche Erfahrungen machte Wirtin Claudia Gehl vom Landhotel Gemeindeschänke in Wanfried-Altenburschla, das nur gut fünf Kilometer vom thüringischen Treffurt entfernt liegt. „Aber wir müssen unseren Umsatz machen“, sagt sie, die Bank frage nicht danach, wie man den Abtrag stemmen kann.

„Das ist eine absolute Wettbewerbsverzerrung“, sagt Kerstin Junghans, die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Hessen. Man sei deshalb in „ganz engem Austausch mit der Landesregierung“.

Noch gibt es aber kein Signal aus Wiesbaden. Und Dehoga-Kreischef Pelikan äußert den Eindruck: „Das Corona-Kabinett geht in die Sommerpause und vergisst uns.“ (Von Stefan Forbert)

Corona-Kabinett tagt wieder am 22. Juli

Die Hoffnung des Dehoga Hessen ruht auf dem 22. Juli. An dem Tag könnte das Corona-Kabinett weitere Lockerungen beschließen. Diese würden dann wohl ab dem 25. Juli gelten. Für die durch Corona-Lockdowns besonders gebeutelten Wirte ist das, wie sie sagen, viel zu spät. Auf Anfrage unserer Zeitung dazu hieß es gestern aus dem Sozialministerium, dass Änderungen der Verordnungen für die Gastronomie wohl kein Thema der nächsten Kabinettssitzung sein werden.

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