Werra-Meißner: Kostenlose Bürgertests noch möglich

Zahl der Corona-Tests im Werra-Meißner-Kreis sinkt

Stäbchen in die Nase: DRK-Mitarbeiterin Claudia Irion testet in der Witzenhäuser Teststelle Hüseyin Dincel.
+
Stäbchen in die Nase: DRK-Mitarbeiterin Claudia Irion testet in der Witzenhäuser Teststelle Hüseyin Dincel.

Die Zahl der gegen Corona Geimpften steigt, die Nachfrage nach Tests im Werra-Meißner-Kreis sinkt. Im Mai wurden mehr als 600 Menschen pro Woche getestet, zurzeit sind es etwa 200.

Werra-Meißner – Das bestätigt Christine Jahn, Leiterin der Teststelle vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Witzenhausen.

Darum werden auch im gesamten Kreis die Testangebote runtergefahren. Die gemeinsame Teststelle von Stadt-Apotheke und Rübezahl-Apotheke in Witzenhausen ist noch an einem Nachmittag in der Woche besetzt, andere Teststellen, wie die der Löwen-Apotheke, haben ganz geschlossen. „Es hat sich einfach nicht mehr gelohnt“, sagt Inhaber Peter Müller.

Auch Achim Krohne von der Stadt-Apotheke bestätigt den starken Rückgang der Nachfrage. „Als noch Tests für den Friseurbesuch oder zum Einkaufen gebraucht wurden, haben wir täglich getestet, jetzt sind die Zahlen aber so niedrig, dass kaum noch Termine nachgefragt werden.“

Ganz aufgeben wolle man die Teststelle aber nicht, für den Fall, dass die Zahlen doch wieder steigen oder neue Corona-Regeln mehr Tests nötig machten. In der DRK-Teststelle in Witzenhausen ist die Nachfrage vor allem vor dem Wochenende groß: „Viele junge Menschen, die sich verabreden wollen, lassen sich vorher testen“, sagt Christine Jahn.

Auch die vor Kurzem begonnenen Ferien hätte die Nachfrage wieder gesteigert. Das DRK in Witzenhausen testet zurzeit an drei Tagen in der Woche. In Eschwege sind es fünf. In Großalmerode und Bad Sooden-Allendorf wird täglich getestet.

Ab 1. August gibt es zusätzlich zum Ergebnis einen QR-Code per E-Mail, der wie der Impfnachweis in der Corona-Warn-App hochgeladen werden kann. „Für uns bedeutet das keine zusätzliche Arbeit, sagt Christine Jahn. Die Software würde den QR-Code automatisch generieren, vorausgesetzt, die Anmeldung zum Test sei online erfolgt.

Für einige Hausärzte aber bedeutet dies das „Test-Aus“, sie würden nicht über eine solche Software verfügen, sagt Hausärztin Antje Meier-Kleemann aus Witzenhausen.

Mindestens ein Test pro Woche kostenfrei 

Seit März diesen Jahres können die Menschen in Deutschland mindestens einmal in der Woche, je nach Verfügbarkeit der Testkapazitäten aber auch öfter, einen PoC-Antigen-Test machen. Diese kostenlosen Bürgertests dienen zur eigenen Sicherheit, sind aber auch Voraussetzung für Besuche in Krankenhäusern oder das Einchecken in einem Hotel. Ab 1. August ist die Erstellung eines digitalen Covid-19-Testzertifikats für die Teststellen verpflichtend. 

Witzenhausen: Kostenlose Bürgertests weiterhin möglich

Urlaub, ein Patientenbesuch im Krankenhaus oder einfach der Wunsch „auf Nummer sicher zu gehen“. Die Gründe, aus denen sich die Menschen im Werra-Meißner-Kreis einem Corona-Schnelltest unterziehen, sind unterschiedlich, weiß Christine Jahn, Leiterin des Testzentrums vom Deutschen-Roten-Kreuz (DRK) in Witzenhausen.

Insgesamt sei die Nachfrage nach den kostenlosen Bürgertests seit Anfang des Monats stark gesunken, sagt sie. Aufgrund der niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz sind keine Tests mehr für Restaurant-Besuche oder den Termin beim Friseur nötig. Im Werra-Meißner-Kreis liegt sie zurzeit bei acht.

Darum wird in Witzenhausen etwa dreimal weniger getestet als vor zwei Monaten. Die Ferien und damit verbundene Urlaubsreisen hätten die Nachfrage wieder etwas angekurbelt und Christine Jahn geht davon aus, dass auch mit erneut ansteigenden Fallzahlen wieder mehr getestet werden wird.

Ein weiterer Grund für das sinkende Angebot sei aber auch die geringere Vergütung durch die Kassenärztliche Vereinigung, sagt Achim Krohne. Bis zum 1. Juli haben Ärzte, Apotheken und Testzentren rund 15 Euro pro Test erhalten. Von dem Geld mussten aber auch Materialien beschafft werden. „Jetzt wurde die Vergütung um 6,50 Euro pro Test gekürzt“, so Christine Jahn.

Für Hausärzte wird die Situation ab dem 1. August noch schwieriger werden. „Wir verfügen nicht über eine Software, die selbstständig einen QR-Code erzeugt“, sagt Hausärztin Antje Meier-Kleemann. Ohne den und die Eingabe in die App werden die Tests aber nicht mehr vergütet.

„Das bedeutet, wir bekommen für unsere Arbeit kein Geld mehr und das obwohl die Tests für uns einen großen Mehraufwand bedeuten und Kosten verursachen“, so die Ärztin, die auf der Suche nach einer Lösung ist.

Sie würde ihren Patienten den Service gerne weiter anbieten. Bisher wurde in ihrer Praxis täglich mit Terminvereinbarung getestet, die Nachfrage war zuletzt groß. (Von Wiebke Huck)

Hier sind Teststellen

Das DRK testet dienstags und freitags von 15 bis 19 Uhr sowie samstags von 8 bis 12 Uhr. Die Teststelle befindet sich an der Straße Im Kleinen Felde 18. Die Rübezahlapotheke testet weiterhin mit der Stadtapotheke, freitags von 15 bis 18 Uhr im Stadtraum, Ermschwerder Straße 6. Termine können über das Portal zu.hna.de/test0721 vereinbart werden. Beim DRK ist ein Test ohne Vereinbarung möglich, die Online-Terminvergabe verkürzt die Wartezeit. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.