Saubere Luft für Klassenräume

Werra-Meißner: Kreistag ebnet Weg für Aufrüstung der Schulen

Sitzung des Kreistags des Werra-Meißner-Kreise
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Sitzung des Kreistags des Werra-Meißner-Kreise

Die Kreistagsmitglieder des Werra-Meißner-Kreises wollen die Schulen in Sachen Coronaschutz aufrüsten.

Eschwege – Einstimmig sprachen sie sich am Freitag für einen Antrag der Koalition (SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke) aus, der den finanziellen Weg dafür ebnen soll.

Da in den Haushaltsplänen für 2021 und 2022 bislang keine Ausgaben für entsprechende Anlagen veranschlagt sind, muss dies per Sonderantrag erst mal vom Regierungspräsidium Kassel genehmigt werden. Die Kosten würden dann über den Nachtragshaushalt berücksichtigt werden. Die Chancen auf eine Genehmigung stehen im Angesicht der Coronapandemie und einer möglicherweise vierten Welle gut, informiert der Erste Beigeordnete Rainer Wallmann (Grüne).

Antrag der FWG: Beschaffung von Luftfiltern

Das Thema ist aufgrund eines Dringlichkeitsantrags der Freien Wähler in der Sondersitzung am Freitag in die Tagesordnung aufgenommen worden. Dieser sah die Beschaffung von mobilen Raumluftfiltern für die Klassenräume bis einschließlich Klasse sechs vor, und zwar aus dem Förderprogramm des Bundes, wie Dr. Claus Wenzel für die Fraktion erläuterte.

Den Antrag nahm Wallmann zum Anlass, die Fraktionen über eine am Mittwoch getroffene Entscheidung des Kreisausschusses zu unterrichten. In den kommenden Monaten sollen zwei Systeme, die eine Verbesserung der hygienischen Situation in den Klassenräumen versprechen, getestet werden: die raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) in der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf (wir berichteten) und ein von der TH Gießen entwickeltes System, bei dem – grob vereinfacht – mit einem Ventilator Unterdruck erzeugt und darüber die verbrauchte warme Luft unter der Decke über ein gekipptes Fenster wie über eine Rampe nach draußen befördert wird.

Während eine RLT-Anlage 12 000 Euro kostet, liegt die Alternative bei 2000 Euro pro Klassenraum, so Wallmann. Während der Schulferien solle nun die technische, zu Beginn des kommenden Schuljahres dann außerdem auch die praktische Umsetzung getestet und bewertet werden. Die Ergebnisse sollen dann den Kreistagsmitgliedern als Entscheidungsgrundlage dienen.

Damit Aufträge dann auch schnell vergeben werden können, kam die Koalition mit ihrem Gegenantrag. Aufgrund der Diskussion in der Freitagssitzung wurde der ergänzt: Nun sollen außerdem die Mitglieder des Schulausschusses vom Kreisausschuss über alle bisherigen Erkenntnisse und die Entscheidungsfindung informiert werden sowie die Gelegenheit zu Nachfragen bekommen.

Von Hanna Maiterth

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