Polizei verzeichnet seit 2015 nicht mehr Straftaten im Landkreis

Werra-Meißner: Kriminalität steigt nicht durch Flüchtlinge

Werra-Meißner. Einen Anstieg der Kriminalität im Werra-Meißner-Kreis, der auf die Zuwanderung von Flüchtlingen seit 2015 zurückzuführen ist, verzeichnen Kreisverwaltung und Polizei nicht.

Das antwortete Landrat Stefan Reuß auf eine entsprechende Anfrage der FWG-Fraktion. Eine regionale Sicherheitskonferenz hält Reuß aktuell für nicht erforderlich.

Wie aus der Kriminalstatistik für den Kreis hervorgeht, ist die Zahl der Straftaten in den vergangenen zehn Jahren sogar zurückgegangen: Lag sie im Jahr 2007 noch bei 5411 Straftaten, waren es im Jahr 2016 nur noch 4568 Delikte. Die Aufklärungsquote stieg von 61,2 auf 63,1 Prozent.

Mindestens einmal im Monat fänden Treffen zwischen Polizei, Stabsstelle Migration, dem Fachbereich Soziales sowie Institutionen, die Flüchtlinge betreuen, statt. „Wichtig ist es vor allem, aus den Einzelfällen zu lernen, Vorgehensweisen zu besprechen und daraus Strategien zu entwickeln“, so Reuß. Er bat um Verständnis, dass strategisches Handeln nicht öffentlich gemacht werden könne. Bei einem Projekt, das besonders auf- und straffälligen Ausländer schneller zurück in ihre Heimatländer führen soll, arbeiteten Polizei, Ausländerbehörde und Regierungspräsidium Kassel eng zusammen. Die FWG-Frage, wie viele besonders straffällige Ausländer es im Kreis gibt und wie viele schon abgeschoben wurden, konnte Reuß im Kreistag nicht beantworten. Das zuständige Hessische Innenministerium ließ die entsprechende Anfrage unserer Zeitung bis Freitag unbeantwortet.

Laut Polizeisprecher Jörg Künstler gibt es derzeit im Kreis keine Kriminalitätsbrennpunkte im Bezug auf Flüchtlinge. Bei Anlässen wie Ruhestörungen oder Berichten über Drogenhandel, würde die Polizei stärker kontrollieren. „Wir haben die Lage dann im Auge und greifen bei Bedarf selbstverständlich ein.“ Das habe nichts speziell mit Flüchtlingen zu tun, sondern sei die Arbeit der Polizei.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.