Digitalisierungsplan für die Region vorgestellt

Werra-Meißner-Lab: Wie der Landkreis digitaler werden will

Dient als Vorbild für das Werra-Meißner-Lab: Das Oecher Lab in Aachen wurde im März eröffnet. Die Organisatoren laden aktuell regelmäßig zu digital übertragenen Veranstaltungen ein. Aktuell läuft eine Ausstellung über die Zukunft der Mobilität.
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Dient als Vorbild für das Werra-Meißner-Lab: Das Oecher Lab in Aachen wurde im März eröffnet. Die Organisatoren laden aktuell regelmäßig zu digital übertragenen Veranstaltungen ein. Aktuell läuft eine Ausstellung über die Zukunft der Mobilität.

Werra-Meißner – Der Werra-Meißner-Kreis hat seinen Digitalisierungsplan vorgestellt: Großes Leuchtturmprojekt wird dabei das sogenannte „Werra-Meißner-Lab“ sein.

Dieses Digitalzentrum soll für jeden offen stehen, wie Dr. Lars Kleeberg von der Wirtschaftsförderung Werra-Meißner auf HNA-Anfrage mitteilt. Rund 1,5 Millionen Euro werden dafür investiert – der Großteil soll durch Fördermittel des Landes Hessen finanziert werden.

„Während andere Landkreise noch überlegen, wie sie Digitales umsetzen wollen, haben wir schon Ergebnisse und legen los“, sagte Landrat Stefan Reuß während der jüngsten Kreistagssitzung in Eschwege. Für den 59-seitigen Digitalisierungsplan hat die Wirtschaftsförderung mit dem Dortmunder Beratungsunternehmen ExperConsult rund 1000 Betriebe per Online-Umfrage in die Planungen mit einbezogen. Hinzu kommen rund 100 Befragte aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft, Beiträge von Schülern sowie Experteninterviews unter anderem mit den Bürgermeistern der Region. Sie alle haben ihren individuellen Bedarf dargestellt und Wünsche eingebracht.

Nach rund zwei Jahren Arbeit soll jetzt mit dem „Werra-Meißner-Lab“ ein physisches Zentrum entstehen, in dem jedermann das Thema erleben, erlernen und mitdiskutieren können soll. Das Werra-Meißner-Lab soll moderne, umfangreich ausgestattete Arbeitsräume zur Verfügung stellen und Möglichkeiten präsentieren. Im Lab soll Wissen im Bereich Digitalisierung vermittelt werden. Ebenso geplant sind ein Co-Working-Space, also flexibel buchbare Arbeitsplätze. In der neuen Einrichtung soll zudem gemeinsam an Ideen und Lösungen von definierten Handlungsfeldern gearbeitet werden (siehe Seite 2). An welchem Ort das Zentrum werden soll, steht noch nicht fest.

Geld gibt‘s vom Land

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro für zwei Jahre. Bezahlt werden Planungsarbeiten, Mieten, Einrichtung, technische Infrastruktur und Personal. 90 Prozent sollen aus dem Topf „Starke Heimat Hessen“ finanziert werden. Der Zeitpunkt, den Digitalisierungsplan vorzustellen und Fördermittel zu beantragen hätte laut der Verantwortlichen für den Digitalisierungsplan passender nicht sein können. „Die Corona-Pandemie hat den Digitalisierungsdruck erhöht, was uns noch mal bestärkt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben“, sagt Dr. Lars Kleeberg von der Wirtschaftsförderung Werra-Meißner.

Im geplanten Werra-Meißner-Lab geht es nicht nur darum, neue Formate und technische Möglichkeiten zu vermitteln, sondern mehr um Dialog statt Monolog. „Im Bereich der Wissensvermittlung sind verschiedene Formate denkbar, um für alle Zielgruppen Angebote unterbreiten zu können. Dies können Vorträge, Diskussionsrunden, Workshops, runde Tische für Unternehmen, Schnuppertage für Kinder, Jugendliche, Senioren und vieles mehr sein“, betont Kleeberg.

Um die Formate durchzuführen, seien sowohl externe Referenten und Workshopleiter aus Wissenschaft und Forschung oder aus der Unternehmenspraxis außerhalb des Landkreises ebenso denkbar wie Verantwortliche aus heimischen Betrieben, Einrichtungen und Organisationen, die einen Einblick in ihre Lösungen im Bereich Digitalisierung geben. „Es geht im Lab auch darum, miteinander und voneinander zu lernen“, betont Kleeberg.

Um den Leuchtturm, das Werra-Meißner-Lab, sollen „Premium+“-Projekte gebündelt werden. Konkret sind das Projekte mit dem Titel: Wissensvermittlung, Ideenentwicklung und Best Practice vor Ort, Begegnungsräume, das sogenannte gemeinsame Arbeiten („Co-Working“), Zukunftslösungen Verwaltung und das Digi-Lab. Zusätzlich gibt es 14 Premium-Projekte, darunter unter anderem kostenfreies W-Lan, eine digitale Austauschplattform für Unternehmen untereinander, Nachhilfe über das Internet, eine digitale Bürgersprechstunde und bedarfsgerechter Öffentlicher Personennahverkehr.

Grundsätzlich hat man den Digitalisierungsplan in fünf Handlungsfelder unterteilt, nämlich in die jeweils Digitale Wirtschaft, Arbeitswelt, urbane Dienstleistungen und kundenorientierte Verwaltung. Insgesamt hat der Digitalisierungsplan 167 Projektideen, die nach Priorität geordnet sind.

Als Koordinierungsinstitution schlägt die ExperConsult die Werra-Meißner-Wirtschaftsförderung vor. Sollte die Landesförderung nicht bewilligt werden, soll das Werra-Meißner-Lab dennoch im Fokus bleiben. „Hierfür muss dann die Finanzierungsfrage neu geklärt werden“, so Kleeberg.

(von Konstantin Mennecke)

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