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Preis für Baumaterial im Werra-Meißner-Kreis steigt

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Von: Tobias Stück

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Symbolbild: Preis für Baumaterial steigt © Daniel Maurer/dpa-tmn

Bauen im Werra-Meißner-Kreis wird teurer: Preissteigerungen bei Material bis zu 77 Prozent 

Werra-Meißner – Die enorme Verteuerung der Preise für Baumaterialien hat nicht nur Auswirkungen auf öffentliche Projekte, sondern auch auf private Bauvorhaben, Finanzierer und natürlich Handwerker. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) ist Bauen im Jahr 2021 deutlich teurer geworden. Die Erzeugerpreise für einzelne Baustoffe wie Holz und Stahl sind im Jahresdurchschnitt 2021 so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949 angestiegen.

Preistreibend auf den Baustellen wirkten sich auch die gestiegenen Erdölpreise aus. Bitumen auf Erdölbasis verteuerte sich im Jahresdurchschnitt 2021 um 36,1 Prozent gegenüber 2020. Mit den Baumaterialpreisen stiegen auch die Preise für Bauleistungen. Insgesamt verteuerten sich die Preise für den Neubau von Wohngebäuden im Jahresdurchschnitt 2021 um 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einige Produkte werden nur noch mit Tagespreis gehandelt, berichtet der Handwerksmeister der Bau-Innung Werra-Meißner Robert Kunz. Für den Kunden bedeute das, dass es keine Grundlage für eine eventuelle Finanzierung gebe.

Robert Kunz Porträtfoto
Robert Kunz ©  Stefan Forbert

Werra-Meißner: Preis für Baumaterial steigt

„Finanzierungsvolumina sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen“, sagt Lutz Römer, Unternehmenssprecher der Sparkasse Werra-Meißner. Derzeit verschärfe sich die Tendenz für steigende Kosten für Neubau und Modernisierung. Für Menschen mit wenig Eigenkapital oder unsicherem Einkommen sei der Immobilienerwerb derzeit eine große Herausforderung. Die erhöhten Preise berücksichtigen die heimischen Kreditinstitute derzeit bei der Baufinanzierung. „Derzeit empfehlen wir, wegen der unsicheren Kostensteigerungen einen etwas höheren Puffer einzubauen“, sagt Florian Hartleib, Sprecher der VR-Bank Mitte. Teilweise kompensierten Bauherren steigende Kosten auch durch zusätzliches Eigenkapital oder mehr Eigenleistungen.

Kunz macht keine große Hoffnung auf Besserung. Bis zum Herbst werde es wohl nicht günstiger. Damit es nicht zum Streit kommt, hat er eine Empfehlung: „Kunde und Unternehmer sollten Transparenz schaffen und über sogenannte (Preisgleitklauseln) offen miteinander umgehen.“ Foto: Stefan Forbert

Laut Destatis verteuerte sich Konstruktionsvollholz um 77,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Dachlatten um 65,1 Prozent, Bauholz um 61,4 Prozent. Betonstahl in Stäben war im Jahresdurchschnitt 2021 um 53,2 Prozent teurer, Betonstahlmatten kosteten 52,8 Prozent mehr. Metalle waren 2021 insgesamt um 25,4 Prozent teurer. Besonders betroffen ist Kupfer für Heizungsbauer und Elektroinstallateure. ts

Von Tobias Stück

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