Preissegment bis 250.000 Euro beliebt

Wenig Häuser auf dem Markt: Zurzeit muss man bei der Wunschimmobilie Abstriche machen

+
Werra-Meißner: Wenig Häuser auf dem Markt

Die Lage auf dem Immobilienmarkt im Kreisgebiet ist seit fünf Jahren besonders angespannt. Es gibt zu wenig Häuser auf dem Markt.

Das bestätigen Immobilienmakler aus der Region und das Statistische Bundesamt. Gleichzeitig wird die Knappheit ein Problem für Kaufinteressenten, die – besonders in guten Lagen – keine geeigneten Häuser finden.

„Wir haben seit fünf Jahren einen merklichen Nachfrageüberhang“, formuliert es Lutz Römer, Unternehmenssprecher der Sparkasse Werra-Meißner, die im Immobiliengeschäft Marktführer ist. Für die angebotenen Immobilien gebe es deutlich mehr Kaufinteressenten. „Dadurch verkürzen sich die Vermarktungszeiten und es entsteht der Eindruck, dass weniger Immobilien am Markt zur Verfügung stehen“, sagt Römer. Tatsächlich sei es bei der Sparkasse aber so, dass in den vergangenen fünf Jahren deutlich mehr Häuser verkauft wurden.

Preissegment bis 250.000 Euro beliebt

Besonders bei Einfamilienhäusern sei die Nachfrage enorm gestiegen, berichtet Danny Marx, Geschäftsführer von Koch-Immobilien, die West-Thüringen und den Werra-Meißner-Kreis zum Einzugsgebiet zählen. Besonders beliebt sei Eschwege als Lage und ein Preissegment bis 250.000 Euro. Heiko Rossbach-Hitzeroth, Inhaber von Oeste-Immobilien mit Filialen in Eschwege und Hessisch Lichtenau, berichtet, dass der Markt wie leer gefegt sei. „Wer nicht verkaufen muss, verkauft gerade nicht. Im Gegenzug gibt es unheimlich viele Interessenten.“ Ein niedriges Zinsniveau, viele Rückkehrer und Zuzügler sowie das Baukindergeld machten Immobilien gerade besonders attraktiv, bewertet Lutz Römer die Lage.

Leidtragende sind besonders junge Familien. Familie Hochschild aus Eschwege beispielsweise sucht seit mehreren Monaten nach einem Einfamilienhaus in Eschwege. Zu gerade fünf Besichtigungen ist es in diesem Zeitraum gekommen. Das richtige Haus war bislang nicht dabei. Immobilienmakler Marx rät Kunden inzwischen, beim Hauskauf Kompromisse einzugehen. „Das perfekte Haus gab es nie und wird es nie geben“, sagt er. Man müsse bereit sein, Abstriche zu machen.

Auch 83 Wohnungen fehlen

Im Werra-Meißner-Kreis gab es laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr 52 091 Wohnungen aller Art und Größe. 21 693 dieser Wohneinheiten waren Einfamilienhäuser. Das ist ein Wohnungsplus gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozent. Insgesamt fehlen im Werra-Meißner-Kreis nicht nur freie Einfamilienhäuser, sondern auch Wohnungen. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat bis 2020 den Bedarf von 83 neuen Wohnungen im Kreis ausgemacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.