Besondere Verdienste für die Allgemeinheit

Nachruf: Der Wanfrieder Ernst Wehr machte das Schützenfest besonders

Ernst Wehr
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Ernst Wehr

Mit Ernst Wehr ist am vergangenen Freitag im Alter von 81 Jahren ein echtes Wanfrieder Urgestein gestorben. Ein Nachruf.

Wanfried - Besondere Verdienste für die Allgemeinheit erlangte der Unternehmer als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, des Magistrats und des Wanfrieder Schützenvereins. Jahrelang organisierte er das Volks-, Schützen- und Heimatfest der Stadt und machte es über die Grenzen bekannt.

Zweimal – von 1968 bis 1981 und von 1985 bis 1989 – lenkte Wehr die Geschicke der Stadt im Magistrat mit. 1989 wurde er von den Wählern noch einmal in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Wehr wurde für seine Verdienste Wehr mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen sowie der Ehrennadel in Gold der Stadt Wanfried ausgezeichnet.

Seine besondere Leidenschaft galt dem Schützenwesen der Stadt. Seine Berufung fand er als Organisator des Volks-, Schützen- und Heimatfestes. Ernst Wehr war der Festausschussvorsitzende mit der längsten Amtszeit. Die besondere Struktur des Festes, sein Ablauf, sein integrativer Ansatz als Volks-, Schützen- und Heimatfest gehe auf Ernst Wehr zurück, sagt der Ehrenvorsitzende Wolf-Arthur Kalden. „Es war sein Anliegen, das Fest über die Region hinaus bekannt zu machen.“

Es gelang ihm, große Namen der Volksmusik nach Wanfried zu holen. Costa Cordalis, Tony Marschall oder Marianne und Michael traten zu ihren Glanzzeiten in Wanfried auf. „Das Wanfrieder Schützenfest trägt noch heute seine Handschrift“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Nach seiner Idee kommen jedes Jahr österreichische Blaskapellen nach Wanfried.

Zweimal war Ernst Wehr selbst Schützenkönig. 1977 das erste Mal, 1994 fast aus Versehen: Als Festausschussvorsitzender wollte er seiner Pflicht Genüge tun, und einen Schuss auf den Schützenvogel abgeben. Mit nur einem Treffer holte er den Korpus von der Stange.

Direkt nach der Grenzöffnung knüpfte er Kontakte zum Schützenverein Effelder. Man half sich, lernte voneinander. Die Freundschaft besteht heute in zweiter Generation.

„Mit Ernst Wehr geht ein fröhlicher, geselliger, wohl manchmal auch kantiger Schütze“, sagt Kalden. Wehr hinterlässt seine ihn immer unterstützende Ehefrau Rony, zwei Kinder und sechs Enkel. Die Beerdigung findet morgen statt.  ts Foto: privat

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