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Patenschaft für Blumenwiesen: Damit was fliegt und brummt

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Von: Stefanie Salzmann

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Sonnenblumen statt Scheck: Hans Liese (links) von der Eschweger Tafel nimmt vom Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Torsten Möller symbolisch die Blumen auf der im Moment etwas dürren Blühwiese von Landwirt Christian Stange (rechts) in Bischhausen entgegen. Mit dabei Freya Fehr und Uwe Roth.
Sonnenblumen statt Scheck: Hans Liese (links) von der Eschweger Tafel nimmt vom Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Torsten Möller symbolisch die Blumen auf der im Moment etwas dürren Blühwiese von Landwirt Christian Stange (rechts) in Bischhausen entgegen. Mit dabei Freya Fehr und Uwe Roth. © Stefanie Salzmann

700 Hektar Blühflächen im Kreis – Die Erlöse aus den Blüh-Patenschaften gehen in diesem Jahr an die Eschweger Tafel.

Bischhausen – Wilde Blumenwiesen sind für den Menschen Augenweide, für Insekten Nahrungsquelle und für Vögel und kleine Tiere wertvoller Schutzraum. Rund 700 Hektar sogenannter Blühstreifen, die Landwirte entlang ihre sonst intensiv bewirtschafteten Flächen angelegt haben, blühen in diesem Jahr für Biene und Co. im Werra-Meißner-Kreis.

Seit fünf Jahren bereits vermittelt der Kreisbauernverband (KBV) dafür Blühstreifenpatenschaften – die Erlöse daraus kommen einem guten Zweck zugute. In diesem Jahr darf sich über eine Spende aus dem Projekt die Eschweger Tafel freuen. 1450 Euro gab es für den Verein auf das Konto, einen Strauß Sonnenblumen überreichte Kreisbauernverbandsvorsitzender Torsten Möller an Hans Liese von der Tafel – symbolisch statt eines Schecks, und zwar auf der Blühfläche des Bischhäuser Landwirtes Christian Stange.

Der hat am Ortsrand in diesem Jahr Blühflächen auf rund 7200 Quadratmetern angelegt, wenngleich wegen der großen Trockenheit im Moment nur einige besonders genügsame Malven für Farbe sorgen. Der nächste Regen wird mit Sicherheit für neuen Schwung auf der Fläche sorgen.

„Da auf den Flächen, wo Blühstreifen angelegt werden, keine Lebensmittel angebaut werden können, kann mit den Blühpatenschaften ein kleiner monetärer Ausgleich geschaffen werden. Außerdem stehen die Tafeln seit Beginn des Ukraine-Krieges unter hohem Druck und brauchen gerade jetzt viel Unterstützung“, so Torsten Möller.

Eschweger Tafel versorgt 430 Menschen

Hans Liese freut sich für die Tafel. Denn der Krieg in der Ukraine hat nicht nur dafür gesorgt, dass zu den rund 430 Menschen, die auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind, weitere 50 Familien aus der Ukraine hinzugekommen sind. „Auch die Spenden von Brot und Brötchen sind beispielsweise zurückgegangen“, sagt Liese. Vermutlich, weil die Bäckereien jetzt knapper kalkulieren. „Wir müssen inzwischen mehr Lebensmittel kaufen“, sagt er.

„Wir werben immer dafür, dass die Blühflächen nach Möglichkeit bis zum nächsten Frühjahr stehen, damit vor allem kleine Tiere und Vögel auch im Winter davon profitieren“, sagt Uwe Roth, Geschäftsführer des KBV. Welche Flächen für Blühflächen genutzt werden, werde immer gemeinsam mit dem Naturschutzbeirat der Unteren Naturschutzbehörde entschieden. Die Landwirte, die auf diesen Flächen auf Erträge verzichten, erhalten lediglich die Kosten für die Aussaat erstattet. Menschen, Firmen, Vereine oder Institutionen, die eine Blühpatenschaft übernehmen wollen, können sich an den KBV wenden.

„Wir bemühen uns, die Patenschaften für die Paten möglichst wohnortnah zu machen“, so Torsten Möller, „damit die Leute zu ihrer Blühfläche gehen können, um zu sehen, was da alles blüht, fliegt und brummt.“

Hintergrund

Blühstreifen sind Flächen oder Feldrandstreifen, die jährlich oder auch mehrjährig angebaut werden. Die Blühmischungen, die der Hessische Bauernverband jährlich neu zusammenstellt, sind so konzipiert, dass zwischen Frühjahr und Herbst immer etwas blüht, sodass Insekten eine Nahrungsquelle haben. Doch nicht nur Insekten, vor allem den Bienen nutzen die Blühstreifen. Auch Niederwild wie Rehen, Hasen, aber auch Vögeln und vielen Kleintieren dienen die Streifen als Schutzraum.

Die Blühpatenschaften vermittelt der Kreisbauernverband, der Quadratmeter Blühfläche kostet 50 Cent. Eine Patenschaft ist ab einer Fläche von zehn Quadratmetern möglich, die Regel seien um die 100 Quadratmeter.
Die Patenschaft gilt jeweils bis zum 1. Oktober, dann gibt es eine Blühpatenurkunde.

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