Wirtin gibt Kneipe "Gärtchen" in Wanfried auf 

Andrea Müller Gärtchen wanfried 
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Jedes Jahr dabei: Die gelernte Erzieherin Andrea Müller hat mehrfach für die WR-Aktion „Advent“ unter den Gästen Geld für Kinder in Not gesammelt. „Kindergärtnerin oder Kneipenwirtin – so groß ist der Unterschied manchmal nicht“, sagt die Mutter und Großmutter. Foto: Harald Triller/Archiv

Nach zehn Jahren verabschiedet sich Andrea Müller als Pächterin der Wanfrieder Kneipe "Gärtchen". 

Wanfried.  Ihren Abschied hatte sich Andrea Müller anders vorgestellt. Eine große Party, um sich von allen Gästen, die ihr in den vergangenen Jahren lieb und teuer geworden sind, zu verabschieden, wäre ihr lieber gewesen. So geht sie nach fast zehn Jahren als Pächterin der Kneipe mit Atmosphäre in Wanfried beinahe heimlich, still und leise. Schuld daran ist die Corona-Pandemie – und das in doppelter Hinsicht.

Corona-Pandemie gab den Ausschlag 

Die Schließung während der Coronakrise war für Andrea Müller ausschlaggebend, ihr Engagement im Gärtchen aufzugeben. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt die Wirtin, die im Oktober ihr Zehnjähriges in der Kneipe gefeiert hätte. Nach überstandener Krebserkrankung gehört sie zur Risikogruppe. „Ich fühle mich außerdem ausgelaugt und muss jetzt in erster Linie an meine eigene Gesundheit denken“, sagt die 55-Jährige, die mit einem lachenden und einem weinenden Auge an ihren jetzt plötzlichen Abschied denkt.

Lachend, weil sie in den vergangenen zehn Jahren viele gute Erfahrungen in der „schönsten Kneipe in Wanfried“ gemacht hat. Nach Stationen als Wirtin vom Brauhaus, dem Schwimmbad-Kiosk und an der Schlagd hat sie den Laden, den sie früher als ihre Lieblingskneipe bezeichnete, im Oktober 2010 übernommen. „Ich habe den Job immer gerne gemacht“, sagt die Wirtin, die einen großen Teil der herzlichen Atmosphäre im Gärtchen ausgemacht hat. 

An der Theke sind alle gleich 

Die Herkunft ihrer Gäste war ihr dabei egal. Ob reich oder arm, alt oder jung war an der Theke nicht wichtig. „Meine älteste Kundin war 92 Jahre alt und kam bis zu ihrem Tod immer gerne“, erzählt sie. Die Jüngsten waren 18 Jahre alt und kannten Andrea Müller schon seit Jahren. Die Erzieherin hat sie in ihrem früheren Berufsleben auf dem Weg ins Leben begleitet. „Kneipenwirtin oder Kindergärtnerin – so groß ist der Unterschied manchmal nicht“, sagt die zweifache Mutter und Großmutter.

Viele tolle Feste gefeiert 

Sie erinnert sich gerne an tolle Feste in ihrer Kneipe, für die jetzt Eigentümer Martin Frölich (c.froelich@froelich-versicherungen.de) einen Nachfolger sucht. Mit einer großen Eröffnungsfeier ging es los, ein Oktoberfest folgte, Promotionsteams von Jägermeister unterhielten die Gäste. Dazu gab es Livekonzerte unter anderem mit der Wanfrieder Band Skal. Die Fußballer des VfL richteten hier Silvesterfeiern aus, die Handballer kamen zur Weihnachtfeier. Besonders stimmungsvoll wurde es, wenn die Besucher des Weihnachtsmarktes anschließend durch die Kneipen zogen. „Für diese schönen Erinnerungen danke ich meinen lieben Gästen herzlich“, sagt Andrea Müller auf diesem Weg. Denn eine Abschiedsparty wird es ja zeitnah nicht geben – der Pandemie sei Dank.

Quelle: Werra-Rundschau

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