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Heute vor 60 Jahren haben sich die Eschweger Schmalfilm-Autoren gegründet

Mann der ersten Stunde: Peter Hupfeld beim Feuerwehrfest.
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Mann der ersten Stunde: Peter Hupfeld beim Feuerwehrfest.

Das Medium Film lag voll im Trend, als sich am 1. Oktober 1960 die „Eschweger Schmalfilm Amateure“ (ESA) gründeten.

Eschwege – Neue technische Entwicklungen machten es damals auch für ganz normale Menschen möglich, selbst Filme zu drehen, zu schneiden und zu vertonen – ganz so wie die Profis. Die Männer der ersten Stunde waren in Eschwege Peter Hupfeld, Rolf Dunkel, Heinrich Kästle und Robert Winter.

Die Schmalfilmamateure beim 25-Jährigen: (von links unten die Treppe nach oben) Robert Winter, Manfred Heide, Günter Schneider, Fritz Lorenz, Wilfried Hornstein, Heinrich Kästle, Heinz Schmidt, Helmut Herschelmann, Ernst Reußner, Rolf Mosebach, Hans-Heinrich Köhler, Helmut Siebert und Rolf Dunkel.

Gegründet hatten den Club Günther Schneider und Karl-Otto Heide, heute hat dessen Sohn Manfred Heide den Vorsitz inne. Von den anfangs 40 Mitgliedern sind im Jubiläumsjahr allerdings nur noch zehn übrig geblieben. Aber diese sind wild entschlossen, weiterzumachen.

In den 1960er-Jahren gab es die ersten Super-8-Kassetten.

Manfred Heide

Langjährige Reihen, wie die „Eschweger Chroniken“ wollen sie nicht einschlafen lassen, sondern weiter am Puls der Zeit bleiben. Während das Kino in den 1950er-Jahren auf 35 mm filmte, verwendeten die Amateure damals 16 mm oder „Normal 8“, was ein durchgeschnittener 16-mm-Film war. „In den 1960er-Jahren gab es die ersten Super-8-Kassetten“, erklärt Manfred Heide.

„Nun waren auch für uns Tonfilme möglich, denn eine Tonspur war mit dabei.“ Allerdings war das Rohmaterial damals nicht eben preiswert, das Filmen also ein teures Hobby. Man musste schon ein Enthusiast sein.

Seit den Anfängen hatten die ESA ein dokumentarisches Interesse, hielten alles, was in der Kreisstadt passierte – große Feste und politische Ereignisse – in bewegten Bildern fest und erzeugten mit den filmischen Stadtchroniken Dokumente der Zeitgeschichte, die heute im Stadtarchiv angesehen werden können. Auch im offenen Kanal in Kassel wurden die Berichte gesendet.

Manfred Heide hat den Vorsitz von seinem Vater übernommen. Die Technik hat sich indes deutlich verändert.

Viele der einst tatsächlich auf Film hergestellten Beiträge wurden digitalisiert und sind heute auf DVD überspielt. Manfred Heide schwört aber immer noch auf Super 8, die Bildqualität sei viel besser als etwa VHS. Heute allerdings wird fast alles nur noch digital gefilmt, als so auf Video.

Mit den modernen Schnittprogrammen für den PC sei die Arbeit einfacher als je zuvor geworden. Deshalb arbeiten die Schmalfilm-Autoren, wie sie sich seit 2010 nennen, heute auch eng mit dem Medienwerk in Eschwege zusammen und ergänzen sich mit dem jungen Team dort.

Vertonung eines 8-mm-Schmalfilm (normal) im Jahr 1964.

Zudem sind die Eschweger Filmer Mitglied im Bund Deutscher Filmautoren. „In früheren Jahren haben wir sehr viel an Wettbewerben teilgenommen und auch selbst welche ausgerichtet, etwa die Hessischen Amateurfilm-Festspiele 1985“, sagt Manfred Heide. Gezeigt wurden dort Filme aus fünf Kategorien: Reise-, Dokumentar-, Familien-, Experimentier- und Tierfilm.

Zuletzt hat der Corona-Sommer die persönlichen Treffen der verbliebenen Mitglieder jedoch ausgebremst. Eine Jubiläumsfeier musste auch ausfallen. Aber ihrem Hobby bleiben die Mitglieder treu.

Wer einmal mit dem Filmvirus infiziert ist, wird davon niemals genesen. (Von Kristin Weber)

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