500 Euro verloren

Junger Mann vergisst nach dem Einkaufen die Brieftasche auf dem Autodach

Zwei Männer stehen auf einer Straße.
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Auf einem Gullideckel in der Berkastraße in Frankershausen gefunden: Marvin Assmann (23, links) hat seinen Geldbeutel verloren. Gefunden hat ihn Peter Wenzel (54).

Wer los fährt und vergessen hat, das Portemonnaie vom Autodach wieder einzustecken, der verliert es höchstwahrscheinlich. So auch ein junger Autofahrer aus Frankershausen.

Frankershausen – Wohin mit dem Portemonnaie? Wer aus dem Supermarkt kommt, vollgepackt mit seinen Einkäufen, der muss sich in der Regel eine Hand freischaufeln, um den Autoschlüssel aus der Tasche zu fischen. Eine beliebte Ablagefläche ist dann das Autodach. Da wird dann auch gerne mal der Geldbeutel zwischengelagert. So geschehen bei Marvin Assmann aus dem Berkataler Ortsteil Frankershausen.

Der 23-Jährige verlor vergangene Woche Donnerstag nach dem Einkaufen im Tegut in Frankershausen seine Brieftasche. Gegen 13 Uhr fuhr er vom Parkplatz des Supermarktes und über die Berkastraße nach Hause. Denn er hatte alles im Auto verstaut: „Bis auf den Geldbeutel eben“, erzählt er eine Woche danach.

Im Geldbeutel steckten nicht nur EC-Karte, Gesundheitskarte und Personalausweis, auch 500 Euro Bargeld bewahrte der Industriemechaniker dort auf. „Zum Teil war das für die Feier meiner Freundin am nächsten Tag“, erzählt der 23-Jährige. Während der Fahrt nach Hause muss es dann kurz vor dem Gebäude der Sparkasse vom Dach gefallen sein.

Hier kam dann Peter Wenzel ins Spiel. Der 54-jährige Lkw-Fahrer aus Eschwege hatte gerade eine Lieferung beim Tegut abgeladen: „Ich muss direkt hinter ihm die Straße lang gefahren sein“, mutmaßt Wenzel. Jedenfalls entdeckte er keine 200 Meter vom Tegut-Parkplatz entfernt auf einem Gullideckel den Geldbeutel.

Das Portemonnaie samt Inhalt hatte er dann direkt bei der Polizei in Eschwege abgegeben. Behalten hätte er es in keinem Fall. „Es war klar, das gebe ich ab“, sagt der ehrliche Finder, der vor zwei Jahren schon mal einen Geldbeutel fand. „Das war in einem Supermarkt. Da habe ich es bei den Mitarbeitern abgegeben.“

Marvin Assmann ist der Verlust des Geldbeutels erst mal nicht aufgefallen und er konnte ganz in Ruhe sein Mittagessen genießen. „Eine Stunde später rief die Polizei an“, erinnert sich der 23-Jährige.

„Die fragten, ob ich auf die Dienststelle kommen kann.“ Erst als er nachhakte, erklärten die Beamten, dass es um sein Portemonnaie ginge. „Auf dem Weg nach Eschwege war ich dann doch ganz schön aufgeregt“, sagt Assmann und grinst verschmitzt.

Auf der Wache wurde er von den Polizeibeamten erst mal ausgefragt: „Warum ich so viel Bargeld dabei habe, wollten sie wissen.“ Also habe er vom Geburtstag seiner Freundin erzählt und durfte mit seinem Geldbeutel das Polizeirevier verlassen.

„Natürlich nicht ohne den Kontakt des Finders“, ergänzt er. Nach einem Telefonat mit Peter Wenzel fuhr er am nächsten Tag bei ihm vorbei und bedankte sich.

Der ehrliche Finder bekam einen Finderlohn, Schokoladenherzen und eine Dankeskarte. „Die hat wohl die Freundin geschrieben“, sagt Wenzel lachend, „so ordentlich wie die Schrift war.“ (Von Hanna Maiterth)

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