Keudellsches Schloss Wanfried - 83 Schlüssel für den neuen Eigentümer

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Eigentümerwechsel: Bürgermeister Wilhelm Gebhard übergibt einen der 83 Schlüssel des Hauses an Wilfried Glembock (links).

Der neue Eigentümer des Keudell’schen Schlosses in Wanfried kann mit dem Umbau des historischen Gebäudes in ein Seminarhaus beginnen. In dieser Woche erhielt er die 83 Schlüssel. 

Wanfried – Der neue Eigentümer des Keudell’schen Schlosses in Wanfried kann mit dem Umbau des historischen Gebäudes in ein Seminarhaus beginnen. In dieser Woche wurde ihm durch Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard der Schlüssel übergeben. Wobei derSchlüssel untertrieben ist: Insgesamt zählte die zuständige Verwaltungsangestellte Stefanie Sachs 83 Schlüssel, die zu dem Objekt gehören.

Kaufvertrag im September 2019 unterzeichnet

Der Kaufvertrag zwischen der Stadt Wanfried und Glembock wurde bereits im September 2019 vollzogen. Die Kaufpreiszahlung und damit der Besitzübergang waren ursprünglich für Ende 2019 geplant. Beides hat sich jedoch in Absprache beider Vertragsparteien etwas verzögert. „Die Stadt Wanfried hat von dieser Verzögerung profitiert“, sagt Gebhard. Sie hatte so mehr Zeit, das Objekt ordnungsgemäß zu räumen und die Übergabe vorzubereiten. Neben der Flüchtlingsunterkunft mussten auch das Kleiderstübchen und das Wanfrieder Deutsche Rote Kreuz (DRK) weichen. Zuletzt verließ das Heimatmuseum und Dokumentationszentrum zur deutschen Nachkriegsgeschichte das historische Gebäude. Zuletzt mussten dann noch die schweren und teilweise kostbaren Möbel von einem Spezialunternehmen abtransportiert werden. Die Exponate werden eingelagert. In der Zwischenzeit sollen eine neue Unterkunft und ein neues Konzept für das Museum gefunden werden.

Kaufpreis 165.000  Euro

Für 165 000 Euro hatte Wilfried Glembock aus Bad Säckingen den Zuschlag zu Beginn des vergangenen Jahres durch den Magistrat bekommen. Der 58-Jährige plant den Umbau des mehr als 350 Jahre alten Herrenhauses zu einem Seminarhaus, um sich in seinem Ruhestand einer neuen Aufgabe zu widmen. Seit drei Jahren ist der Großhandelskaufmann Pistolen-Trainer des Hessischen Schützenverbandes. Besonders die Arbeit mit Jugendlichen reizt ihn. Seine Kontakte aus Jugendarbeit und Sport will er auch für das Seminarhaus nutzen, sich aber nicht darauf beschränken. „Die Lage in der Mitte Deutschlands ist ideal, um hier Seminare für Menschen aus ganz Deutschland anzubieten“, sagt Glembock. Das Schloss möchte er so umbauen, dass etwas 30 Gästebetten entstehen. Dazu kommen Küche, Speiseraum und die Seminarräume auf vier Etagen. Im Gewölbekeller soll eine Bar eingebaut werden. Zwei Jahre Umbauzeit plant er ein.

Schloss wurde nach Dreßigjährigem Krieg erbaut

Das Keudell’sche Schloss wie man es heute kennt wurde erst nach dem Dreißigjährigen Krieg gebaut, nachdem das Vorgängergebäude durch Tillys Truppen 1626 weitestgehend vernichtet wurde. Das Haus wurde im 19. Jahrhundert Privatschule, nach dem Ersten Weltkrieg auch Landschulheim. Nach dem Schulneubau entstand die Stadtbücherei. 1981 wurde hier das Heimatmuseum untergebracht, 1992 kam das Dokumentationszentrum hinzu, 2016 eine Flüchtlingsunterkunft.

Quelle: Werra-Rundschau

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