Corona erschwert Jugendarbeit

Corona und Kinderfeuerwehr Sontra: „Kinder fühlen sich schnell vergessen“

Leitet die Kinderfeuerwehr in Breitau: die angehende Gymnasiallehrerin Ann-Christin Hahn.
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Leitet die Kinderfeuerwehr in Breitau: die angehende Gymnasiallehrerin Ann-Christin Hahn.

Corona macht auch die Jugendarbeit schwierig. Ann-Christin Hahn erklärt, wo derzeit die Probleme liegen, eine Kinderfeuerwehr zu führen.

Sontra – Seit sieben Jahren ist Ann-Christin Hahn in der Jugendarbeit der Feuerwehr aktiv. Nachdem sie die Kinderfeuerwehr in Sontra-Mitte gegründet hat, bietet die 27-jährige Kinderfeuerwehrwartin seit drei Jahren mit einem dreiköpfigen Team das gleiche Angebot in ihrem Heimatdorf Ulfen an. Die Pandemie macht ihre Arbeit aber schwierig.

„Die Arbeit mit den Kindern macht mir sehr viel Spaß und die Kinder geben dir viel zurück, sie freuen sich immer so direkt“, sagte die angehende Gymnasiallehrerin, der in diesem Jahr in der Arbeit mit dem Feuerwehr-Nachwuchs in vielerlei Hinsicht die Hände gebunden waren. „Während des ersten Corona-Lockdowns mussten wir uns erst mal neu orientieren“, berichtete Hahn, die den Kindern in Zusammenarbeit mit Manuela Jacob, Frank Sennhenn (beide Betreuer) und Nicole Philipp (stellvertretende Kinderfeuerwehrwartin) kleine Päckchen mit altersgerechten Aufgaben für Zuhause schnürte. Hahn weiß um die Gefahren der aktuellen Situation: „Kinder haben schnell das Gefühl vergessen zu werden, wir konnten so wenigstens etwas Kontakt halten.“

Ein Ende der kontaktlosen Jugendarbeit schien in Sicht, nach den Sommerferien hofften alle, unter Einhaltung der Hygiene-Bestimmungen wieder loslegen zu können. Aber es kam anderes. In der Corona-Handreichung des Landes Hessen war nur die Rede von der Jugendfeuerwehr. „Und so warteten wir weiter ab“, erzählte Hahn, die auch nicht die Handreichung der Jugendfeuerwehr eins zu eins übernehmen wollte: „Aus Sicht des Haftungsschutzes wollte sich keiner von uns diesen Schuh anziehen.“

Am 15. Oktober war dann endlich wieder Dienst möglich. Vogelhäuschen entlang des Premiumwanderwegs P 20 Ulfener Karst wurden gemeinsam sauber gemacht. In zwei Häuschen blickten die Kinder in Vogelnester: „Darüber haben sich die Kinder sehr gefreut, es war schön unter Einhaltung der Abstandswahrung wieder zusammen zu sein.“

Einmal pro Monat wollte sich die Nachwuchswehr treffen. Aber der zweite Lockdown machte den Verantwortlichen erneut einen Strich durch die Rechnung. Einziger Vorteil: Die Erfahrungswerte aus dem ersten Lockdown ermöglichten ein schnelles Handeln. Erneut wurden Päckchen geschnürt.

Im November können sich die Kinder über einen Selbstbausatz für eine Vogelfutter-Station freuen, während im Dezember Plätzchen mit Feuerwehr-Ausstechformen gebacken werden. Obwohl Hahn mit der Idee der Päckchen zufrieden ist, warnt sie vor einer langfristigen Entwicklung in die falsche Richtung: „Es fehlen uns die Neuzugänge, aktuell ist es schwierig Kinder aufzunehmen, weil kein Kontakt möglich. Auch der Wechsel von der Kinder- zur Jugendfeuerwehr, wo mehr Grundlagen des späteren Einsatzdienstes auf dem Programm steht, ist schwierig, weil auch hier die Bezugspersonen wichtig sind.“  (mhz)

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