Kinder wollen mehr als nur Müll trennen

Umweltpreis für Kita Weidenhausen

Eine Gruppe Kita-Kinder sitzt für ein Gruppenfoto zusammen.
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Sie setzten sich für die Umwelt ein: die Kita-Kinder aus Weidenhausen

Der Klimawandel fordert Umdenken und neue Ideen. Deshalb wird der Umweltpreis des Kreises an Schulen, Kindergärten, Vereine und Verbände verliehen, die mit Projekten die Umwelt schützen. Wir stellen die Gewinner vor.

Weidenhausen – Wie landet Plastikmüll in den Ozeanen? Und welche im Wasser lebenden Tiere werden davon beeinträchtigt? Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigten sich die Kinder des evangelischen Kindergartens im Meißner Ortsteil Weidenhausen.

Unter dem Motto „Leben im Meer“ setzten sie sich von Dezember 2019 bis März dieses Jahres mit den Ozeanen als Lebensraum und dem Weg des Plastikmülls auseinander. Dafür wurde die Kindertagesstätte nun mit dem Umweltpreis des Werra-Meißner-Kreises ausgezeichnet.

Die Idee

Ins Leben gerufen hatte das Projekt die Erzieherin Brigitte Ludolf. Ihr Schwerpunkt ist Bildung zur nachhaltigen Entwicklung. „Oder auch Umweltbildung“, umschreibt die Erzieherin die sperrige offizielle Bezeichnung. Überall werde man mit dem Thema Plastik und wo es am Ende lande konfrontiert. Zwar werde im Kindergarten längst Müll getrennt. Doch sie habe ein Bewusstsein bei den Kindern für das Plastikproblem schaffen wollen. Während sich alle Kinder mit den Tieren und der Lebenswelt des Ozeans auseinandersetzten, betreute Ludolf eine Gruppe, die sich des Themas Plastik annahm. Einen festen Termin gab es nicht. Zwei bis dreimal die Woche tingelte sie durch die Gruppen und sammelte alle Kinder ein, die mitmachen wollten.

Mit dem Müll-Roboter sammeln Severin (4) und Lina (4) Papierschnipsel ein.

Die Kinder

Was fällt den Kindern ein, was möchten sie darüber erfahren – darum sei es der Erzieherin in erster Linie gegangen. „Wir haben uns auf dem Globus die Verteilung von Wasser und Land angeschaut und über den Unterschied von Salz- und Süßwasser gesprochen.“ Auch die Ähnlichkeit von Quallen und Plastiktüten im Meer sei den Kindern aufgefallen und das Problem, dass sich daraus ergeben könne. „Überrascht hat mich, dass die Kinder oft schon sehr vieles gewusst haben“, sagt Ludolf. Schön sei es gewesen, dass die Jungen und Mädchen gemerkt hätten, dass sie selber was bewirken können und es auch wichtig ist, was sie sagen, so Ludolf.

Die Ergebnisse

Auf welche Dinge aus Plastik kann man im Alltag verzichten und wofür gibt es Ersatz. Das wurde spielerisch, in Gesprächen und beim Basteln erlebbar, so Ludolf: „Wir haben Seife, Spiele und Wachstücher selbst hergestellt und gebastelt.“ Zum Selbstläufer wurde ein aus einem Kinderbuch nachgebauter Müll-Roboter. „Damit ziehen die Kinder durch die Gruppen und sammeln den Müll ein“, erzählt Ludolf lachend. Aufgrund von Corona sei das aktuell leider nicht mehr möglich. Die Ergebnisse wurden nicht nur den Kindern in den anderen Gruppen präsentiert, sondern auch an einer Wand im Kindergarten. „So konnten die Kinder das auch ihren Eltern zeigen“, sagte Ludolf.

Selbst gebastelt: Seife, Wachstuch, Tasche, Meeresbewohner und Spiele.

So geht es weiter

Dran bleiben am Thema wolle man in der Kindertagesstätte auf jeden Fall. Das Bewusstsein bei den Kindern sei da. „Die Corona-Zeit ist beim Einsparen von Plastik ein Rückschlag, das fällt auch den Kindern auf“, erzählt Ludolf. Trotzdem wolle man schauen, welche Dinge verzichtbar seien.

Von Hanna Maiterth

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