Muffelschafe sind in Germerode eingezogen

Kleine Teufel mischen Bergwildpark Meißner auf

Neugierig: Das Lämmchen untersucht mutig die Besucher.
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Neugierig: Das Lämmchen untersucht mutig die Besucher.

Sie sind bockig, haben kleine Teufelshörner und verstecken sich zwischen den Nadelhölzern im Bergwildpark in Germerode – die Mufflons.

Doch all das schütteln die braun-schwarz gescheckten Tiere schnell ab, wenn das Futter in den braunen Papiertüten der Besucher raschelt. Dann kommen Dutzende der Wildschafe angelaufen und knabbern begeistert auf dem Trockenfutter herum. „Die Mufflons hier sind ganz zahm, das ist für diese Tiere normalerweise unvorstellbar“, erklärt Pflegerin Christina Manns.

Eigentlich sind die kleinen Teufel, wie die Tierpfleger ihre heranwachsenden Widder liebevoll nennen, eher vorsichtig und halten Abstand zu Menschen. Das lernen die Kleinen schon von den Großen. So war es auch beim Einzug der 14-köpfigen Mufflonfamilie, die der Bergwildpark Meißner in diesem Jahr aufnahm.

„Als wir die Tiere bekommen haben, waren sie scheu, aber das haben sie hier abgelegt“, sagt Wilfried Eberhardt, leitender Tierpfleger des Wildparkes. Dass sich die gehörnten Schafe mittlerweile so einfach anlocken lassen, ist auch bei der Pflege der Tiere eine große Erleichterung. „Schwachen Tieren können wir so ganz einfach Vitamine und Mineralstoffe verabreichen“, berichtet Eberhardt.

Besonders die 14 Neuankömmlinge brauchen noch Starthilfe, weil ihnen die Umstellung zu schaffen macht, deshalb unterstützen die Pfleger mit Präparaten. Insgesamt 32 Muffeltiere, wie die Parkmitarbeiter ihre vierbeinigen Energiebündel nennen, sind im Tierpark unterwegs.

Dabei untersucht der Nachwuchs am liebsten alles Neue und Interessante: Hier und da erwischen die Jungtiere noch ein übrig gebliebenes Futterkörnchen.

Zwölf Schafkinder, die im vorigen Jahr geboren wurden, und zwei kleine Lämmchen üben sich schon einmal im Springen und Toben. Die Kleinen säugen in der geschützten Atmosphäre des Parks so lange bei der Mutter, bis diese wieder schwanger wird.

„Wenn die Lämmchen dann nicht gehen, schubst die Alte sie auch mal weg“, erklärt Tierpfleger Wilfried Eberhardt den neugierigen Parkbesuchern, die den Tieren ganz nahe kommen. Keinen der Besucher können die großen, rundgebogenen Hörner der Mufflons abschrecken. „Die Hörner wachsen zwar das ganze Leben weiter, aber die Tiere sind freundlich“, bestätigt auch der Tierpfleger.

Im Gegensatz zu Rotwild sind Mufflons keine Geweih- sondern Hornträger. Das spiralförmig nach unten gebogene Gehörn der Widder wird auch Schnecke genannt und wächst lebenslänglich weiter.

Das sorgt zwar für einen imposanten Kopfschmuck, mit dem die Tiere in der Brunftzeit Kämpfe austragen, der kann ihnen allerdings auch zum Verhängnis werden. „Wenn die Hörner ins Gesicht wachsen, müssen die Tiere abgeschossen werden, damit sie nicht leiden“, bedauert Eberhardt. Die kleinen Teufelchen haben im Bergwildpark Meißner noch ganz kurze Hörner. Und schon jetzt sind sie eine kleine Sensation im Bergwildpark, denn die Lämmchen sind Spätzünder.

So wurden sie nicht wie erwartet im zeitigen Frühjahr geboren, sondern deutlich später. „Wir haben sogar jetzt noch ein tragendes Schaf“, sagt Eberhardt. Weil es im Tierpark immer genug zu fressen gibt, müssen sich die Muttertiere nicht nach den Jahreszeiten richten und passen sich deshalb an.

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