Sie ergänzen sich hervorragend

Seit 60 Jahren: Lieselotte und Theodor Eberhardt feiern heute ihre Diamantene Hochzeit

Grüne undDiamantene Hochzeit: Lieselotte und Theodor Eberhardt aus Waldkappel-Burghofen vor 60 Jahren nach der kirchlichen Trauung und heute vor ihrer Diamantenen Hochzeit.
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Grüne undDiamantene Hochzeit: Lieselotte und Theodor Eberhardt aus Waldkappel-Burghofen vor 60 Jahren nach der kirchlichen Trauung und heute vor ihrer Diamantenen Hochzeit.

Theodor und Lieselotte Eberhardt feiern heute ihre Diamantene Hochzeit. Unfallfrei ist das Paar aus Burghofen bisher durch 60 Jahre Ehe gekommen.

Burghofen – Theodor Eberhardt besaß eines der ersten Navigationssysteme in der Region. Eines aus Fleisch und Blut. Während der 87-Jährige während der Sonntagsausflüge gerne die Umgebung beobachtete, hatte er an seiner Seite seine Frau Lieselotte (82) sitzen, die die Schilder las, auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen aufmerksam machte und insgesamt auf den Verkehr achtete.

Unfallfrei. So wie Theo Eberhardt sich im Straßenverkehr auf seine Frau verlassen konnte, so hielt sie ihm im gesamten gemeinsamen Leben den Rücken frei. Seit über 60 Jahren sind sie ein Paar, heute feiern sie ihre Diamantene Hochzeit.

Sie sorgte dafür, dass die Landwirtschaft funktionierte

Und Lieselotte Eberhardt hatte gut zu tun mit ihrer Aufgabe. Das Leben des diamantenen Paares war von Arbeit geprägt. Theo Eberhardt hatte im Schlachthof in Eschwege gelernt und 1965 den landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern in Burghofen übernommen. Nebenbei arbeitete er in verschiedenen Firmen im Umkreis. Zuhause hat Lieselotte Eberhardt dafür gesorgt, dass die Landwirtschaft funktionierte. Um vier Uhr in der Früh sind die beiden dafür aufgestanden, bis es dunkel wurde, haben beide gearbeitet. 18 bis 20 Milchkühe mussten versorgt werden, dazu einige Schweine. Neben dem Ackerbau hatten die Eberhardts auch noch einige Hektar Wald zu bewirtschaften.

Gut, dass Lieselotte Eberhardt schon vor der Ehe wusste, wo man in der Landwirtschaft anpacken muss. Die heute 82-Jährige hatte schon früh ihren Vater verloren. Nachdem er von der Wehrmacht eingezogen wurde, ist er alsbald in Kroatien gefallen. Einige Fotografien und die Mitteilung über seinen Tod, dass er in Kroatien beerdigt wurde, sind ihr geblieben. „Ich habe ihn überhaupt nicht kennengelernt“, bedauert sie auch fast 80 Jahre nach seinem Tod noch heute. Von kleinauf musste sie ihrer Mutter und ihrem Bruder in der Landwirtschaft im Spangenberger Stadtteil Nausis helfen.

Sie trafen sich auf der Kirmes

Freizeit gab es schon in ihrer Jugend nicht viel. Besonders freute man sich im Dorf auf die Saalkirmes. Dort traf sie im Jahr 1956 einen jungen Mann, der mit seinen Kumpels die elf Kilometer auf dem Motorrad angereist kam, und sie schnell umwarb. Drei Jahre waren sie ein Paar, 1959 verlobten sie sich und am 1. April führte Theo seine Lieselotte vor den Traualtar. Im gleichen Jahr wurde ihr Sohn Otfried geboren. Otfried erlernte zwar auch den Beruf des Landwirts, entschied sich aber dagegen, den elterlichen Betrieb zu übernehmen. „Das war eine schwierige Entscheidung, die uns viele schlaflose Nächte bereitet hat, die sich später aber als richtig herausgestellt hat“, sagt Lieselotte Eberhardt.

Er machte Karriere bei VDO, später Continental und steht seinen Eltern jederzeit dankbar zur Seite. 1993 ging Theodor Eberhardt in Rente, betrieb die Landwirtschaft anschließend noch nebenbei, bevor er 1996 alles aufgab. Die Gesundheit und hier insbesondere das Herz, machten ihm zu schaffen. In den Wald geht es mit dem Schlepper aber immer noch regelmäßig.

Heute ist der ehemalige Kirchenvorsteher mit seinen Freunden noch gern gesehener Gast, wenn Gottesdienste stattfinden. Der Hof am Ende des Ortes ist für viele Burghofener zu normalen Zeiten beliebter Treffpunkt, die Gastfreundschaft der Eberhardts ist bekannt. Nur sonntags nicht: Da sind Theo und Lieselotte mit dem Auto unterwegs und sie zeigt ihm, wo es langgeht.  Tonbias Stück

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