Vermutung liegt nahe: Unbekannte verwüsten Ameisenschutzvorrichtung in Sontra

Zerstört: Karl Heinz-Gieseler zeigt auf die Ameisenschutzvorrichtung.
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Zerstört: Karl Heinz-Gieseler zeigt auf die Ameisenschutzvorrichtung.

Zum wiederholten Mal wurde in der Nähe der Freiland-Siedlung Donnershag, rund ein Kilometer vor Sontra, eine Ameisenschutzvorrichtung zerstört. Augenscheinlich handelt es sich um eine mutwillige Zerstörung.

Sontra – Karl-Heinz Gieseler kann es nicht glauben, es macht ihn fassungslos und zugleich wütend. Diesmal ist die größte von insgesamt vier Vorrichtungen betroffen. Der Schaden beziffert sich auf 200 Euro. „Eine Strafanzeige vonseiten der Stadt Sontra wurde bereits gestellt“, machte Gieseler deutlich. Der 74-jährige hat das Amt des Naturschutzbeauftragten der Berg- und Hänselstadt inne und bittet die Bevölkerung: „Wer weiß, wer hinter diesem Vandalismus steckt, soll sich bitte an die Polizei wenden.“

Es kocht in Gieseler, der mit viel Liebe zum Detail die für den Artenschutz wichtigen Vorrichtungen Woche für Woche hegt und pflegt. Die Ameisenschutzvorrichtungen erfüllen einen wichtigen und zugleich präventiven Zweck: „Immer mehr Ameisennester werden von Schwarzwild zerstört, die Schutzvorrichtungen sollen das Wild daran hindern auf größere Nester zuzugreifen.“ Ein Wildangriff hätte gravierende Folge.

Die Ameisen, die viel zitierte Polizei des Waldes, könnte nach einem Angriff und den damit verbundenen Nest-Beschädigungen sterben: „Wenn es regnet oder nachts gefriert, haben die Ameisen in einem beschädigten Nest keine Chance.“ Mit Blick aufs Thermometer weiß Gieseler, dass die Vorrichtung in den kommenden Tagen unbedingt wiederaufgebaut werden muss.

Rund zwölf Arbeitsstunden liegen vor dem gelernten Elektroingenieur und ausgebildeten Ameisenheger Gieseler. Er schaut an der Stelle der Verwüstung auf rund eine Million herumwuselnde Ameisen und erklärt die Funktion der Insekten: „Sie beseitigen im Wald pflanzliche Abfälle und tote Tiere, vertilgen Eier von Insekten und Schnecken und schleppen kleine Raupen ins Nest. Für die Verbreitung von Samen spielen sie eine nicht unerhebliche Rolle. Ich schätze an dieser Stelle werden wöchentlich bis zu 15 000 Insekten getilgt.“

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