Verkehrserziehung der Polizei

Hunderte Radprüfungen ausgefallen: Nachschulung für Viertklässler in Sommerferien

Etwa die Hälfte aller Viertklässler im Werra-Meißner-Kreis hat in diesem Schuljahr keine Verkehrserziehung – den sogenannten Fahrradführerschein – bekommen. Grund dafür ist die Corona-Pandemie und die mehrmonatige Schulschließung in Hessen.

Praktische Übung im öffentlichen Straßenverkehr: Rüdiger Kunz schaut auf der Marktstraße in Wanfried, ob die Viertklässlerin alles richtig macht.

Außerdem hat die Polizeidirektion in den vergangenen Jahren motorische Probleme bei den Grundschülern festgestellt, die sich auch auf das Radfahren auswirken. Der Regionale Verkehrsdienst der Polizei Werra-Meißner bietet deshalb in den Sommerferien Nachschulungen an.

Für die Verkehrserziehung in den Grundschulen und fast allen Kindergärten im Landkreis sind Guido Schilling und Rüdiger Kunz verantwortlich. Das ganze Jahr über bereiten sie Kinder in Theorie und Praxis auf die aktive Teilnahme im Straßenverkehr vor. Am Ende dieser Unterrichtseinheit in den vierten Klassen steht der Fahrradführerschein. „Der hat mehr symbolischen Charakter, zu 99,9 Prozent bestehen die Kinder diesen Test in Theorie und Praxis“, sagt Schilling. Der Fahrradführerschein ist also nicht zwingend notwendig, um sich im Straßenverkehr zu bewegen. Einige Schulen machten die abgelegte Verkehrserziehung aber zur Voraussetzung, damit Schüler mit dem Rad zur Schule fahren dürfen.

Schilling und Kunz haben indes immer häufiger auftretende motorische Defizite bei den Kindern festgestellt. Gerade das einarmige Radfahren mache Probleme. „Das ist beim Abbiegen aber elementar wichtig“, sagt Schilling. Auch bei Steigungen machten manche Schüler schlapp. Das schaffe dann Probleme im Straßenverkehr und beeinträchtige die Verkehrssicherheit. Kinder mit Migrationshintergrund könnten manchmal überhaupt kein Rad fahren.

Guido Schilling vom Regionalen Verkehrsdienst wird die Viertklässler schulen.

Etwa 400 Kinder hatten in diesem Jahr nicht die Chance, auf den Schulungsplätzen im Kreis unter Anleitung der Polizei praktisch zu üben. Mit der achtstündigen Nachschulung auf dem Gelände der Geschwister-Scholl-Schule in Eschwege will die Polizei die Defizite abmildern. „Das ist aber keine Prüfung, sondern ein freiwilliges Seminar“, sagt Schilling.

60 Plätze stehen zur Verfügung

Für die Nachschulungen stehen rund 60 Plätze zur Verfügung. Sie finden jeweils an zwei aufeinanderfolgenden Tagen für rund vier Stunden statt. Termine sind der 28./29. Juli, 30./31. Juli, 3./4. August, 5./6. August, 10./11. August und 12./13. August. Die Ausbildung findet unter den geltenden Hygieneregeln statt. Alle Teilnehmer müssen einen Mund-Nase-Schutz tragen. Eigene Räder wären wünschenswert, sind aber nicht nötig. Anmeldung: jvs-werra-meissner.ppnh@polizei.hessen.de

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