Stabile Wasserversorgung

Quelle in Berkatal schüttete kein Wasser mehr aus: Gemeinde investiert 130.000 Euro

Quelle zwei versiegte im vergangenen Jahr völlig: Nach der Sanierung soll sie nun 0,6 Liter pro Sekunde ausschütten. Quelle Eins hat die Wasserversorgung zuletzt im Alleingang gestemmt.
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Quelle zwei versiegte im vergangenen Jahr völlig: Nach der Sanierung soll sie nun 0,6 Liter pro Sekunde ausschütten. Quelle Eins hat die Wasserversorgung zuletzt im Alleingang gestemmt.

Zwei Quellen versorgen Frankershausen schon seit Jahrzehnten mit Trinkwasser. Quelle zwei im Wald am Hohen Meißner musste jetzt saniert werden. Zuletzt hatte sie gar kein Wasser mehr ausgeschüttet.

Berkatal – Denn statt einer einfachen Sanierung, bestehend aus einer Kameraüberprüfung der Rohre mit der Beseitigung von Fließhindernissen, wurde die Quelle nahezu rundum erneuert. Die Kosten dafür liegen laut Lenze bei rund 130 000 Euro. „Die Sanierung von Quelle zwei bietet nun mehr Sicherheit in der Wasserversorgung für Berkatal“, erklärt Bürgermeister Lenze. Auch mit Blick auf die vergangenen Trockenjahre sei das wichtig.

Für die Sanierung begutachteten die Bauarbeiter der Firma Küllmer aus Wehretal, die für die Arbeiten beauftragt waren, zunächst die Rohre der Quelle im Wald am Hohen Meißner mit einer Kamera. Schnell wurde deutlich, dass eine einfache Sanierung hier nicht ausreichen würde: Auch die Sammelstränge für das Quellwasser mussten ausgetauscht werden, ebenso wie die Verbindungsleitungen zum gemeinsamen Sammelschacht. „Außerdem haben wir auch die Messtechnik aktualisiert“, sagt Lenze. Zwei Monate haben die Arbeiten gedauert.

Zu Beginn der Voruntersuchung im Jahr 2019 hat die Gemeinde 50 000 Euro für die Sanierung bereitgestellt. Durch den größeren Aufwand, der nun betrieben werden musste, wurde es etwa 80 000 Euro teurer. Das alles sei noch nicht schlussgerechnet, sagt Lenze. Er geht aber davon aus, dass die Kosten im Plan bleiben.

Blick ins Rohr: Die Quelle zwei bei Frankershausen hat kein Wasser mehr ausgeschüttet.

Die höheren Kosten der Quellsanierung werden sich voraussichtlich auch in höheren Wassergebühren ab 2021 auswirken, sagt Lenze. Wie hoch diese werden, stehe aber noch nicht fest. Aktuell liege der Kubikmeterpreis bei 1,87 Euro. Die Akzeptanz bei der Gemeinde sei dafür aber hoch, sagt er. Immerhin werde nicht nur eine stabile Wasserversorgung gewährleistet, sondern auch die Qualität verbessere sich.

Die nun sanierte Quelle sei schon seit den 1990er-Jahren auffällig. Die Stadtwerke Eschwege verzeichneten große Schwankungen in der Ausschüttung. 2012 schüttete die Quelle immerhin noch rund 0,4 Liter pro Sekunde aus (siehe Grafik). Doch nach und nach versiegte die Quelle dauerhaft.

„Aktuell gehen wir davon aus, dass nun zumindest eine Schüttung von etwa 0,6 Litern pro Sekunde erreicht werden wird“, sagt Lenze nach Abschluss der Sanierung. Damit stünde ein Wasserüberschuss zur Verfügung, der zur Mitversorgung und Ergänzung von Frankenhain und Hitzerode genutzt werden könne. Ziel für die Zukunft sei es, ein Wasserversorgungsnetzwerk in Berkatal aufzubauen, um für alle Berkataler Ortsteile eine stabile Versorgungssicherheit zu garantieren, sagt Lenze. Als Nächstes soll eine Leitung nach Hitzerode entstehen.

Insgesamt habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren viel für die Wasserversorgung getan, sagt Lenze. Vor zwei Jahren wurde ein Wasserhochbehälter aufgebaut, um Trinkwasser speichern und in das Versorgungssystem mit einspeisen zu können. 660 000 Euro hat die Gemeinde laut Lenze dafür investiert. (Von Jessica Sippel)

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