Wegen Corona

Notruf für 250 Tiere: Reptilienzoo und Auffangstation in Sontra vor der Insolvenz

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Seit Jahren heimisch im Reptilienzoo in Sontra: Aras – eine Gattung der Papageien, die in Süd- und Mittelamerika beheimatet sind

Seit elf Jahren finden exotische und Gefahrentiere im Reptilienzoo in Sontra ein neues Zuhause, nun steht die Auffangstation vor dem Aus.

„Wir sind eine gemeinnützige GmbH und dürfen keine großen Summen erwirtschaften, aber auch keine Verluste machen. Wir stehen kurz vor der Insolvenz“, erklärt Reptilien- und Gefahrtierpfleger Peter Wischnewski, der sich um die Tiere vor Ort kümmert.

Keine Öffnung wegen Corona

Eines von 250 Tieren in der Sontraer Auffangstation: Der Leopardgecko.

Der Reptilienzoo trägt sich durch die Eintrittsgelder der Besucher. Durch die Corona-Pandemie darf dieser nicht öffnen. „Wenn andere Zoos in Zukunft wieder öffnen dürfen, werden wir durch das Raster fallen, weil wir keine Außenflächen haben, sondern nur ein Gebäude, in dem man die Abstandsregeln nicht einhalten kann“, erklärt Peter Wischnewski.

Die Eintrittsgelder fehlen, die Kosten bleiben aber bestehen. Die Tiere brauchen Futter, Wärme und Licht, was viele Stromkosten erzeugt, dazu kommt die Miete. Rund 250 Tiere leben in der Auffangstation, in den vergangenen Wochen sind unter anderem Erdmännchen, drei neue Fundschildkröten und ein grüner Leguan dazugekommen. Allein die Netzpython, die rund fünf Meter lang ist, braucht im Monat Futter für 100 Euro. „Wir haben acht Kängurus mit vier Babys, die auch bald anfangen werden zu fressen“, fügt Wischnewski an.

Auffangstation für Gefahr- und Gifttiere

Der Reptilienzoo ist viel mehr als ein gewöhnlicher Zoo, er ist eine Auffangstation für Gefahr- und Gifttiere sowie Panzerechsen. Werden in Hessen oder Thüringen Gefahrtiere durch eine Behörde sichergestellt, werden sie in Sontra aufgenommen. Auch nimmt der Reptilienzoo Tiere von Privatpersonen auf, die diese nicht mehr halten können. „Aktuell kommt es verstärkt vor, dass Leute ihre Schlangen nicht mehr versorgen können, weil ihnen selbst Geld fehlt. Die nehmen wir dann auch auf“, erklärt der Reptilien- und Gefahrtierpfleger.

Angewiesen auf Geld- und Futterspenden

Aktuell ist der Reptilienzoo sehr auf Geld- und Futterspenden angewiesen. Für Geldspenden kann man die Kontodaten auf der Webseite terrazoo.de nachlesen oder direkt über Paypal Geld schicken. Für Futterspenden wird vor dem Reptilienzoo, in der Mühlbergstraße 12, direkt am Waldrand, eine Box aufgestellt, sodass eine kontaktlose Übergabe gewährleistet ist. Die Tiere freuen sich zum Beispiel über Äpfel, Möhren und Salat. „Wir sind sehr dankbar für jeden, der uns unterstützt. Wir möchten die Auffangstation gerne aufrecht erhalten und allen Tieren ein gutes Zuhause bieten, wissen aber im Moment nicht, wie wir es leisten können“, so Peter Wischnewski.

Quelle: Werra-Rundschau

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