Tablet statt Tafel

Quarantäne-Test-Tag: Brüder-Grimm-Schule in Eschwege probt den Digitalunterricht

Videokonferenz via Tablet mit Fernsehübertragung: Förderstufenleiter Heiko Striening und Referendarin Jessica Brübach zeigen, wie es in den Klassenräumen der BGS am Mittwoch aussehen kann. 
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Videokonferenz via Tablet mit Fernsehübertragung: Förderstufenleiter Heiko Striening und Referendarin Jessica Brübach zeigen, wie es in den Klassenräumen der BGS am Mittwoch aussehen kann. 

Wie geht die Schule im Falle eines erneuten Corona-Lockdowns weiter? Auf diese Herausforderung hat sich die Brüder-Grimm-Schule (BGS) in Eschwege vorbereitet.

Eschwege - Der komplette Unterricht soll sich digital verlagern lassen. Um im Falle des Falles gerüstet zu sein, testet die Schule am Mittwoch, 21. Oktober, den digitalen Unterricht: Bei einem Quarantäne-Test-Tag.

Die Schüler bleiben dabei zuhause und werden per Videokonferenz nach dem Rhythmus ihres Stundenplans unterrichtet, erklärt Schulleiterin Ute Walter. Die Lehrer schalten sich aus den Klassenräumen in der Schule dazu. Dafür nutzt die BGS das Schulportal Hessen. Darüber stellen Lehrer auch Aufgaben online und Schüler versenden ihre Lösungen.

Wo gibt es technische Problem? Hält das Netz?

„Es geht nicht darum, dass wir am Mittwoch ein hundertprozentig funktionierendes System haben“, betont Pressesprecherin Dr. Claudia Nitschke. Der digitale Unterricht wird vielmehr auf die Probe gestellt: Wo gibt es technische Probleme? Hält das Netz stand? Was ist digital machbar? Ist der Server für die hohe Belastung stabil genug? Denn immerhin loggen sich 620 Schüler und ihre Lehrer in das Schulportal Hessen ein. „Wir möchten herausfinden, wo sich Schwachstellen befinden und diese beheben“, sagt Walter.

Seit Monaten bereitet sich die Schule mit hohem Aufwand vor. Unter der Leitung von den BGS-Lehrern und IT-Experten Dirk Rudolph und Jonathan Beocanin machten sich die Lehrer mit dem Schulportal Hessen vertraut und bildeten sich für Videokonferenzsysteme fort, statteten die Klassenräume mit Tablets und Stativen aus.

Hoffnung, das digitale Lernen nicht nur für die Corona-Zeit zu entwickeln

Die technischen Voraussetzungen bei den Schülern zuhause klärten die Klassenlehrer vor den Ferien ab. Nur vereinzelt seien Schüler schlecht digital erreichbar und würden daher mit Materialien für den Tag versorgt werden, sagt Nitschke. Die Lehrer seien telefonisch wie digital zu erreichen.

Doch nicht nur die Lehrer, auch die Schüler wurden in den Unterricht zuhause eingewiesen, erklärt Förderstufenleiter Heiko Striening. Zum Beispiel wie sie sich in Videokonferenzen verhalten sollen und was zu tun ist, wenn die Technik versagt. „Wir erhoffen uns davon viel“, sagt Striening. Nicht nur, in der Corona-Zeit gewappnet zu sein, sondern auch das digitale Lernen weiterzuentwickeln. Denn in Zukunft könne diese Art des Lernens weiter genutzt werden, sagt auch Walter. Etwa für Lerngruppen oder um Kranken die Hausaufgaben zu übermitteln. (Jessica Sippel)

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