Freilandgehege von Wanfrieder Legehennenbetrieb Feußner wird erweitert

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Freuen sich, dass es bald losgeht: Ulrich und Annegret Feußner vom gleichnamigen Beerenhof planen gegenüber ihres bisherigen Legehennen-Betriebs ein weiteres Freiland-Gehege. 

Landwirt Feußner investiert einen siebenstelligen Betrag in einen neuen Freilandstall für rund 12 000 Hühner. Der bisherige Legehennenstall bei Wanfried wird gegenüber erweitert.

Möglich gemacht hat die Expansion ein Flächentausch von Ackerland.

Seit acht Jahren Legehennen in Feußners Betrieb

Seit acht Jahren betreibt Ulrich Feußner, Junior-Chef vom gleichnamigen Beerenhof in Wanfried, den Legehennen-Betrieb mit 23 000 Hühnern. Er ist der größte im gesamten Kreisgebiet. Der Stall wird konventionell bewirtschaftet, ist nicht nach Bio-Kriterien zertifiziert. „Der Bio-Markt ist mehr als voll“, sagt Ulrich Feußner. Die Tiere haben in seinem Stall aber mehr Platz als vorgeschrieben. Die Vorgaben macht der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT), nach deren Kriterien Feußners Ställe zertifiziert sind. Die KAT-Haltungsanforderungen gehen deutlich über die Anforderungen der gesetzlichen Vorgaben hinaus. Statt neun Tieren leben bei Feußners nur sieben Tiere auf dem Quadratmeter. Das bisherige Freigehege bietet auf 48 000 Quadratmetern 11 600 Tieren Platz.

Der neue Stall wird rund 2100 Quadratmeter groß

Im neuen Stall haben die Hühner noch mal mehr Platz. Sechs Tiere leben hier pro Quadratmeter. Das Freigehege ist 54 000 Quadratmeter groß. Jedes Huhn hat dann 4,5 Quadratmeter zum Scharren. Bioland schreibt vier Quadratmeter vor.

Die Stadt Wanfried und das Regierungspräsidium Kassel haben die Baugenehmigung bereits erteilt. „Das Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz haben wir auch schon durchlaufen“, sagt Senior-Chef Peter Feußner. Mit den Baufirmen werden letzte Modalitäten geklärt. Im Mai soll Baubeginn sein, im Oktober ist die Fertigstellung geplant.

Die Hennen werden homöopathisch behandelt

Im Herbst sollen die ersten Hennen einziehen. Die bekommen Feußners im Alter von 17 Wochen. Fünf Wochen haben die Tiere Zeit sich einzugewöhnen. Mit 22, 23 Wochen sind sie geschlechtsreif, wiegen etwa 1,75 Kilogramm und beginnen Eier zu produzieren. 15 Monate bleiben die Tiere in Feußners Ställen. Anschließend werden sie geschlachtet.

Sollte es den Hühnern schlecht gehen, werden sie zunächst homöopathisch behandelt. Oregano im Futter ist gut für die Darmflora, Eukalyptus hilft, wenn sich die Hühner erkältet haben.

21.000 Eier werden hier jeden Tag produziert

21 000 Stück werden in dem Betrieb jeden Tag produziert. Wenn der neue Stall fertig ist, werden es 32 000 Stück sein. Die Eier werden zweimal pro Woche von einem Vermarkter aus Dillenburg abgeholt. Unter dem Markennamen „Unsere Heimat“ werden Feußner-Eier beispielsweise in hessischen Tegut-, Edeka- oder Rewe-Märkten verkauft.

Habicht und Fuchs sind Gefahren für die Hühner

Ganz gefahrlos ist die Freilandhaltung nicht. „Fast jeden Tag holt sich der Habicht eines unserer Hühner“, sagt Peter Feußner. Zur Sicherheit werden auf jeder Wiese 3500 Pappeln zum Schutz der Hühner gepflanzt. Auch der Fuchs wird hier nicht gern gesehen. Ihn sollen Elektrozäune abhalten. Vor dem Wolf haben Feußnerns keine Angst. Er würde hauptsächlich nachts kommen, wenn die Tiere im Stall sind.

Wertschöpfung

Das Futter bauen Feußners rund um den Legehennen-Betrieb an der Grenze zu Thüringen an. Weizen, genfreies Soja, Mais, Raps und Sonnenblumen lassen sie dann mischen und füttern es anschließend. Den Hühnermist liefern Feußners an die benachbarte Biogasanlage. Zum Ausgleich bekommen sie Substrat zum Düngen der Felder. Feußners Privathaus wird demnächst an das Nahwärmenetz angeschlossen, das mit Energie der Biogasanlage betrieben wird.

Auf dem Dach des Stalls liefert eine Fotovoltaikanlage rund 70 Prozent des benötigten Stroms.

Familie Feußner setzt auf Transparenz

Wenn der neue Stall fertig ist, werden Feußners wieder einen Tag der offenen Tür anbieten. „Besucher sind jederzeit willkommen“, sagt Ulrich Feußner und zeigt das gut gefüllte Gästebuch der vergangenen Jahre. Außerdem wird der Betrieb von fünf Organisationen regelmäßig unangekündigt kontrolliert. Etwa 15 Kontrollen gibt es von den Gutachtern pro Jahr. Verbraucher, die wissen möchten, wo ihr Ei herkommt, können hier den Code eingeben.

Quelle: Werra-Rundschau

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