Es sei ein „unkalkulierbares Risiko“

Eschwege: Weihnachtsmarkt der Werraland Lebenswelten fällt aus

Plauschen, Lauschen, Freunde treffen: Dichtes Gedränge herrscht, wenn die Werraland Lebenswelten ihre Tore zum Adventsmarkt öffnen. „Das gemütliche miteinander macht unseren Markt aus, dabei kann man die Abstandregelungen aber nicht einhalten“, sagt Organisator Lars Winter. 
Archivfoto: Lorenz Schöggl
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Plauschen, Lauschen, Freunde treffen: Dichtes Gedränge herrscht, wenn die Werraland Lebenswelten ihre Tore zum Adventsmarkt öffnen. „Das gemütliche miteinander macht unseren Markt aus, dabei kann man die Abstandregelungen aber nicht einhalten“, sagt Organisator Lars Winter.

Der große Weihnachtsmarkt mit mehreren Tausend Besuchern bei den Werraland Lebenswelten wird wegen Corona in diesem Jahr nicht stattfinden.

Eschwege – „Schweren Herzens geben wir bekannt, dass unser Weihnachtsmarkt mit dem Tag der offenen Tür in diesem Jahr ausfallen wird“, sagt Georg Forchmann, Vorstand der Werraland Lebenswelten. Man habe sich nach intensiven Beratungen zu diesem Schritt entschieden, da der Schutz aller Beteiligten über allem stehe.

Nach wochenlanger kompletter Schließung der Werkstatt am Hessenring laufe der Betrieb zwar wieder einigermaßen normal und viele Menschen mit Beeinträchtigungen konnten an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, doch noch immer gelten strenge Hygiene- und Abstandsregelungen. „Die einzelnen Arbeitsgruppen sind strikt voneinander getrennt, sowohl während der Arbeits- als auch in den Pausenzeiten“, sagt Forchmann. Im Speisesaal werde beispielsweise in Etappen gegessen, nach jeder Gruppe werden Tische und Stühle desinfiziert.

Der aktuelle Verlauf von Covid-19 mache wenig Hoffnung auf Besserung bis zum ersten Advent, dem festen Datum der Veranstaltung, die zu den größten Eintagesevents im Altkreis Eschwege zählt. „Unter diesen Bedingungen unseren geliebten Weihnachtsmarkt durchzuführen, wäre kontraproduktiv“, sagt Forchmann. „Wir würden trotz eines schlüssigen Hygienekonzepts unsere Mitarbeitenden und die Besucher einem nicht zu kalkulierenden Risiko aussetzen.“

Bis zur Absage liefen die Planungen für den ersten Advent auf Hochtouren. „Wir hatten mit einigen Künstlern Vereinbarungen abgeschlossen, natürlich unter Vorbehalt“, sagt Lars Winter, der federführend die Großveranstaltung mit jährlich rund 4000 Besuchern organisiert. Man habe hin und her überlegt, auch dahingehend, die Gebäude nicht zu öffnen und eine Veranstaltung ausschließlich unter freiem Himmel anzubieten. „Unser Areal ist groß genug, um die Weihnachtsmarktbuden mit weitem Abstand voneinander aufzustellen, um so Menschen dicht an dicht zu vermeiden“, sagt Winter. Allerdings sei man auch von dieser Idee wieder abgerückt. „Einen schönen Weihnachtsmarkt macht die Enge aus, das gemütliche Miteinander bei einem heißen Getränk und sympathischen Gesprächen – all das ist aber unter Einhaltung der geltenden Abstandsregelungen nicht möglich“, sagt Lars Winter.

Die Absage empfinden nicht nur die Verantwortlichen als sehr traurig. Der Adventsmarkt gilt als einer der Höhepunkte des Werraland-Jahres. „Unsere Menschen mit Beeinträchtigungen und auch alle Mitarbeitenden freuen sich immer sehr auf diesen besonderen Tag“, sagt Forchmann. Auch die kleinen und großen Gäste werde man vermissen. „Aber wir hoffen, dass wir uns alle im nächsten Jahr wiedersehen“, sagt Vorstand Georg Forchmann abschließend.  (ts)

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