Beamtenbund sieht Arbeiter in Gefahr

Studie: Gewalt im öffentlichen Dienst nimmt zu

Die Gewalt im öffentlichen Dienst nimmt zu. Das geht aus einer nicht repräsentativen Studie des Deutschen Beamtenbundes (DBB) hervor.

Neben Polizei und Rettungskräften seien insbesondere Lehrer, Gerichtsvollzieher und Mitarbeiter von Arbeitsagenturen und Jobcentern betroffen, heißt es in der Studie. Mitarbeiter aus diesen Berufsgruppen aus dem Werra-Meißner-Kreis haben ähnliche Erfahrungen gemacht.

Polizisten sind am häufigsten und gravierendsten von Gewalt betroffen. 22 Straftaten gab es im vergangenen Jahr im Landkreis. 2018 waren es 24 Fälle. Durch Neuregelungen des Strafgesetzbuches drohen hier höhere Strafanordnungen. „Bisher scheinen die Abschreckungen noch nicht so zu wirken. Jede einzelne Gewalttat gegen Einsatzkräfte ist eine zu viel“, sagt Polizeidirektor Bernd Lindenborn.

Emotional aufgeladen

Von einem konkreten Fall von massiver Bedrohung eines Gerichtsvollziehers berichtet Dr. Alexander Wachter, bis März Direktor am Amtsgericht in Eschwege. „Ein Schuldner trat mit einer Lampe in der Hand dem Gerichtsvollzieher in bedrohlicher Art und Weise gegenüber.“ Die emotional aufgeladene Tätigkeit eines Gerichtsvollziehers bringe es häufig mit sich, dass Schuldner oder deren Familienangehörige insbesondere bei Räumungen oder Vollstreckungen verbal übergriffig würden, berichtet Wachter. Die Mitarbeiter seien aber im Umgang mit aggressivem Publikum durch das Oberlandesgerichts Frankfurt geschult. Diese Schulung umfasst unter anderen auch den richtigen Umgang mit Pfefferspray. „In Fällen, in denen eine Eskalation absehbar ist, bedienen sich die Gerichtsvollzieher auch der polizeilichen Unterstützung“, sagt Wachter.

In den Filialen des Jobcenters Werra-Meißner in Eschwege und Witzenhausen ist es im vergangenen Jahr zu zehn Vorfällen gekommen. „Dabei handelte es sich ausschließlich um Bedrohungen, Beleidigungen und Beschimpfungen“, sagt Geschäftsführer Dieter Vock. Ähnliches erleben Lehrer durch Eltern und Schüler, berichtet Martina Beck, Vorsitzende des Verbands Erziehung und Bildung im Werra-Meißner-Kreis.

2200 Beschäftigte wurden befragt

Bei der Studie des DBB handelt es sich um eine Online-Befragung unter gewerkschaftsorganisierten Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Die Studie wurde von der Professur für Kriminologie organisiert. Dabei wurden knapp 2200 Angestellte anonym befragt. Zielsetzung der Befragung waren Ausmaß und Häufigkeit der Betroffenheit von Gewalt und Aggression. Auch Berufsgruppen, die sich nur in geringer Zahl beteiligt hätten, seien von Gewalt betroffen.

Quelle: Werra-Rundschau

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