Einschätzung der WFG

Der Wirtschaftsmotor läuft wegen der Corona-Pandemie deutlich langsamer

Wissen, dass allein schöne Landschaft nicht reicht: (von links) der Geschäftsführer der WFG, Dr. Lars Kleeberg, und Landrat Stefan Reuß stellten vorige Woche den Geschäftsbericht in Wanfried vor. Foto: Kristin Weber

Im vorigen Jahr habe sich nach Angaben der WFG die Wirtschaft im Werra-Meißner-Kreis dynamisch entwickelt. Und dann kam die Corona-Pandemie. 

Zur Versammlung der Gesellschafter im Schwan in Wanfried legte Dr. Lars Kleeberg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner (WFG) den Geschäftsbericht vor. Demnach gab es im Vergleich zu 2018 leichte Steigerungen (ca. 1 Prozent) bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis, eine Steigerung der Bruttolöhne und der Wertschöpfung (ca. 4 Prozent), Rückgang der Einwohnerzahlen, aber auch der Arbeitslosigkeit (ca. 1 Prozent) und einen deutlichen Anstieg der Investitionen im verarbeitenden Gewerbe (ca. 27. Prozent).

Doch das war vor Ausbreitung des Pandemiegeschehens. Seither ist alles anders. „Der Wirtschaftsmotor läuft deutlich langsamer“, gibt Kleeberg zu. „Die Automobilzulieferer mussten schon vor der Corona-Krise mit Strukturveränderungen hin zur Elektromobilität kämpfen.“ In diesem Bereich schätzt er den Einbruch der vergangenen Monate auf 20 Prozent, im Dienstleistungsbereich auf 50 Prozent. Die Arbeitslosenzahlen seien im Kreis auf ca. 6 Prozent gestiegen. Gastronomie und die Veranstaltungswirtschaft litten wie überall. „Es gibt aber auch Betriebe, die auf Hochtouren laufen, etwa im Lebensmittelbereich oder im Handwerk“, sagt Kleeberg.

Eigentlich war die WFG dazu angetreten, die Neuausrichtung ihres Marketingkonzepts vorzustellen, deren Ziel es sein soll, die Sichtbarkeit und Bekanntheit des Kreises als Lebens-, Arbeits- und Wohnstandort zu steigern. So wurde der Webauftritt werra-meißner.de zum alleinigen, optimierten Portal der WFG und der Region umgebaut. So soll durch ein intensiveres Außenmarketing der Zuzug aus den Ballungsräumen erhöht werden.

„In nicht so dicht besiedelten Räumen lebt es sich auch in einer Krise besser, das zeigt uns Corona“, sagt Landrat Stefan Reuß und spielt dabei etwa auf die Infrastruktur im Bezug auf regionale Lebensmittel aus heimischer Landwirtschaft an. „Wir haben in den vergangenen Jahren zudem die Breitbandversorgung stark ausgebaut. Die Anschlüsse können nun überall erfolgen“, sagt Reuß. Die Rückmeldung der Unternehmen sei positiv. In der Frage nach 4G oder 5G empfindet er die flächendeckende Versorgung mit Glasfaser wichtiger als den Mobilfunk. Damit könnte der Kreis zukünftig eine Modellregion für die Umsetzung digitaler Dienste werden.

Dr. Lars Kleeberg hofft zudem, dass es gelingen könnte, Logistikunternehmen in der Region anzusiedeln. „Mit ländlicher Schönheit allein können wir auch nicht trumpfen“, sagt er. „Wir brauchen die Arbeitsplätze. Mit unserer Lage in der Mitte Deutschlands sind wir für die Logistik attraktiv. Das ist eine Chance, die wir nicht liegenlassen sollten.“

Quelle: Werra-Rundschau

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