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Der Werratalverein Reichensachsen 1892 setzt sich für den Wichtelbrunnen ein

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Am Wichtelbrunnen: Bernd Eisenberg, 1. Vorsitzender des Werratalvereins Reichensachsen 1892, und Wilfried Haase, Ehrenvorsitzender, mit der Chronik.
Am Wichtelbrunnen: Bernd Eisenberg, 1. Vorsitzender des Werratalvereins Reichensachsen 1892, und Wilfried Haase, Ehrenvorsitzender, mit der Chronik. © Eden Sophie Rimbach

Verbunden mit der Sage ist der Wichtelbrunnen ein wichtiger Ort für Reichensachsen. Gepflegt und erweitert wird die Anlage auf dem Spitzenberg vom Werratalverein Reichensachsen 1892.

Reichensachsen – Mit der Entdeckung einer Quelle begann vor 120 Jahren die Geschichte des Wichtelbrunnens auf dem Spitzenberg in Reichensachsen. Zehn Jahre vorher – am 26. Juni 1892 – wurde der Werratalverein Reichensachsen unter dem damaligen Namen Zweigverein Boyneburg offiziell gegründet.

Der Erhalt und die Bewirtung des seither gewachsenen Wichtelbrunnens zählen zu den Hauptaufgaben des Vereins. Besonders an diesem ist laut dem 1. Vorsitzenden, Bernd Eisenberg: „Dieses Bewirter-Team und dieser Zusammenhalt, sich für den Wichtelbrunnen einzusetzen.“ An jedem ersten und dritten Sonntag im Monat sind die Räume ab zehn Uhr geöffnet. Hinzu kommen der 28. und 29. Dezember, Walpurgisnacht, der 1. Mai und Himmelfahrt.

Bewirtung der Anlage ist Sache des Vereins

Für die Bewirtung sorgt der Verein seit 1996 selbst. Etwa 50 der 208 Mitglieder bringen sich dabei ein und wissen, dass auch der Wichteltrunk beliebt unter den Gästen ist. Wie Eisenberg erklärt, ist der Wichtelbrunnen im Winter besser besucht als im Sommer. Zusätzlich wird die Anlage mit rund 50 Sitzplätzen im Innenraum und weiteren festen 130 im Außenbereich für Feiern vermietet. Da die Wichtelstube offiziell als Gaststätte gilt, gehen damit laut dem Vorsitzenden einige Kosten für den Verein einher.

Gleichzeitig sei es gerade der Wichtelbrunnen mitsamt Anlage, der besonders Mitglieder aus anderen Orten des Kreises und Städten wie Berlin, Bochum und Dortmund sowie jüngere Mitglieder an den Verein binde.

Wie Eisenberg erklärt, versuche der Verein, die Anlage nicht weiter auszubauen, sondern sie für kommende Generationen zu erhalten. Die letzte größere Veränderung war der Bau der neuen Toilettenanlage. Doch auch in diesem Jahr gab es zwei Neuerungen.

„Schöne Aussicht/Friedrichslust“: Die Schilder brachten Wilfried Haase, Matthias Körber (Wegewart), Bernd Eisenberg und Heiko Heckmann (Kassierer) an.
„Schöne Aussicht/Friedrichslust“: Die Schilder brachten Wilfried Haase, Matthias Körber (Wegewart), Bernd Eisenberg und Heiko Heckmann (Kassierer) an. © Privat/nh

Eine Rutsche nahe des Eingangs für die Kinder und die Beschilderung für den Aussichtspunkt „Schöne Aussicht/ Friedrichslust“ sind im September hinzugekommen. Gefertigt wurden die Schilder vom Ehrenvorsitzenden Wilfried Haase, der sich auch mit der Geschichte hinter den Namen auskennt.

Benannt ist der Ort nach Friedrich Wienesen, der die Quelle des Wichtelbrunnens 1902 entdeckte. Der gebürtige Gerstunger war in Grebenstein aufgewachsen und durch seine Arbeit bei der Post 1880 nach Reichensachsen gekommen. Während sein Hauptziel während der 1890er Jahre der Trimberg gewesen sei, legte er ab 1902 Wege rund um den Wichtelbrunnen an.

Anfänge mit einer Schutzhütte

Im Jahr 1906 wurde eine Schutzhütte bei der namensgebenden Quelle eingeweiht, die ursprünglich oberhalb des jetzigen Eingangs zur Küche verlief und viermal aufgegraben wurde.

Da sich während des Zweiten Weltkriegs niemand um die Instandsetzung habe kümmern können und die Anlage mehrfach Opfer von Vandalismus wurde, waren 1945 alle Einrichtungen zerstört.

Hinter der neu erbauten Schutzhütte wurde zehn Jahre später mit einer Baracke eine erste Wichtelstube aufgestellt. Viele Arbeiten später ist aus der Anlage die heutige geworden. Wanderwart Reinhard Siegel erklärt, dass die Sage zum Wichtelbrunnen erst nach dem ersten Heimatfest, das 1952 stattfand, entstanden sei.

Erinnerung seit 1972: Der einstige Grabstein Friedrich Wienesens erinnert seit 50 Jahren an den, der die Quelle im Jahr 1902 entdeckte.
Erinnerung seit 1972: Der einstige Grabstein Friedrich Wienesens erinnert seit 50 Jahren an den, der die Quelle im Jahr 1902 entdeckte. © Eden Sophie Rimbach

Der Werratalverein Reichensachsen setzt sich für den Naturschutz ein, organisiert Mittwochs- und die aktuell ruhenden Sonntagswanderungen und pflegt knapp 50 Kilometer an Wanderwegen.

Vom Wichtelbrunnen erreichbar sind damit Punkte wie Annas Ruh, die Fuchslöcher oder die Wichtelkuppe. Dass die gute Anbindung an den Premiumwanderweg P19 dafür sorgt, dass Wanderer die Anlage zufällig entdecken, erleben Eisenberg und Siegel. Beide sind jeden Dienstag vor Ort und pflegen die Anlage. Teilweise kommen weitere Helfer hinzu.

Unterstützung für den Verein ist laut beiden stets willkommen. Kontakt: E-Mail an info@wichtelbrunnen.de oder über die Internetseite werratalverein-reichensachsen.de

Von Eden Sophie Rimbach

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