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Bewohntes Hornissennest im Turmmuseum in Aue zu sehen

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Von: Theresa Lippe

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Ruth Köditz
So nah und so sicher kann man ein Hornissennest eigentlich nie beobachten: Die Insekten haben ihr Nest am Fester des Turmmuseums in Aue gebaut. © Ruth Köditz

Aue – Wer schon immer mal einen Blick in ein bewohntes Hornissennest werfen wollte, hat dazu nun im Turmmuseum Aue die Möglichkeit. Das ist nicht etwa Teil einer neuen Ausstellung – die Insekten haben schlichtweg ihr Nest an ein Fenster des Museums gebaut.

„Das ist schon wirklich beeindruckend“, sagt Ruth Köditz vom Vorstand des Museums. Im Nest herrsche viel Trubel, man könne die Tiere toll beobachten und müsse keine Sorge haben, gestochen zu werden, da die Scheibe dazwischen ist.

„Auch draußen wurde niemand von den Hornissen gestochen“, berichtet Köditz, die Insekten seien friedlich. Darüber nachgedacht das Nest professionell entfernen zu lassen, hätte man im Museumsvorstand nie.

Vor zwei Monaten mit Nestbau begonnen

Vor knapp zwei Monaten hätten die Tiere mit dem Nestbau begonnen, „im Herbst verschwinden sie ja auch wieder von alleine“, weiß Köditz. In ihrem Hochsitz hätte sie zwar auch schon mal ein Hornissennest gehabt, „aber einen so guten Einblick wie im Museum an der Fensterscheibe hatte ich da natürlich nicht.“ Wer sich mit Hornissen nicht auskennt, auf den wirken die bis zu 3,5 Zentimeter großen Insekten schnell bedrohlich, doch der NABU bezeichnet sie als „friedliche Brummer“, die streng geschützt sind und nicht getötet werden dürfen.

„Hornissen stehen unter Artenschutz, da ihr Bestand stark gesunken ist“, sagt Schädlingsbekämpfer Stefan Patzak aus Eschwege. Er bestätigt, dass Hornissen harmlos sind: „Sie surren wie kleine Helikopter umher und sind nicht aggressiv.“ Außerdem würden sie – anders als Wespen – vereinzelt und nicht in Gruppen auftreten.

Ruhig bleiben und abwarten

„Sollte eine Hornisse um den Kaffeetisch schwirren, bleiben sie ruhig und warten ab, bis das Tier verschwindet“, rät der Experte. Hornissen würden nicht grundlos angreifen und nervös werden, wenn man ihr Nest bedroht. Umsiedeln würde man Hornissennester nur, wenn Leib und Leben von Menschen in Gefahr sei – zum Beispiel an Schulen. Ohne Allergien sei ein Stich nicht gefährlicher als der einer Biene oder Wespe, sagt Patzak.

Von Theresa Lippe

Vorstand Heimatverein Aue
Ruth Köditz, Vorstand Heimatverein Aue © Harald Triller

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