Germerode

Wie Unternehmensnachfolge glückt: Übernahme bei Zindel Transporte war früh klar

Markantes Logo mit Hirsch: Das Fuhrunternehmen Zindel aus Meißner-Germerode wurde vor drei Jahren offiziell vom Vater an den Sohn übergeben. Florian und Monika Zindel sind nun verantwortlich.
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Markantes Logo mit Hirsch: Das Fuhrunternehmen Zindel aus Meißner-Germerode wurde vor drei Jahren offiziell vom Vater an den Sohn übergeben. Florian und Monika Zindel sind nun verantwortlich.

Einen Nachfolger finden ist für viele Unternehmen ein schwieriges Unterfangen. Zindel Transporte ist das früh geglückt.

Germerode – Einen Nachfolger für das eigene Unternehmen finden, wird für kleinere Handwerksbetriebe schwerer und immer seltener treten bei Familienunternehmen dann auch die eigenen Kinder in die Fußstapfen der Vorgeneration. So lautet der Grundtenor der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und auch bei den Innungsmeistern im Werra-Meißner-Kreis (wir berichteten).

„Nach 20 Jahren bei der WFG habe ich das Gefühl, dass die Kinder immer öfter andere Pläne haben“, sagte Peter Döring, der Unternehmen bei der Nachfolgersuche unterstützt, erst im Mai gegenüber unserer Zeitung.

Seit 2018 offiziell mit der Führung des Unternehmens betreut

Nachvollziehbar, sagt Florian Zindel. Der 37-Jährige ist seit 2018 offiziell mit der Führung des Fuhrunternehmens Zindel mit Sitz in Meißner-Germerode betraut. Der Alltag als Unternehmer sei nicht immer einfach und bringe neben der Verantwortung für den Betrieb und das Personal auch Verzicht mit sich, gibt er zu.

Doch wenn der nachkommenden Generation ein negatives Bild vermittelt werde, sei es auch nicht verwunderlich, dass sie den Weg ins Angestelltenverhältnis einschlügen: „Viele Eltern sagen ihren Kindern: Ihr sollt es mal einfacher und besser haben.“

Bei Zindels war schon lange klar, dass es auch in vierter Generation in Familienhand bleibt. „Ich habe zwar vorsichtshalber mein Wirtschaftsabitur gemacht, aber es stand für mich nie zur Debatte, dass ich den Betrieb nicht übernehme“, erinnert sich der 37-Jährige.

Schon zu Schulzeiten für den Familienbetrieb gebrannt

Gebrannt für den Familienbetrieb hat er schon zu Schulzeiten. „Nach Hause kommen, Mittagessen, Schulaufgaben machen und dann Papa suchen“, erzählt er lachend. Hätte er es nicht übernehmen wollen, hätte das in der Familie besprochen werden müssen. Und zwar bevor sein Vater, Harald Zindel, Anfang der 2000er-Jahre den Standort an den Dorfrand verlagerte. Schließlich seien das wichtige Investitionen in die Zukunft gewesen.

Angeschoben wurde die Übergabe dann durch die Parkinsonerkrankung des Seniors. Der Prozess der Übergabe war für die Beteiligten nicht leicht. Das sei ja klar, so Zindel. Schließlich habe sein Vater über viele Jahre den Betrieb erfolgreich geführt und sei es gewohnt gewesen, die Entscheidungen zu treffen.

„Bin stolz, dass der Junior den Betrieb weiterführt“

„Es hat sich zwar abgezeichnet, dass ich nicht mehr als Chef fungiere“, sagt Harald Zindel, „trotzdem war es eine schwierige Sache.“ Den Ausgleich sucht er sich nun als Vorsitzender des Fördervereins Bergwildpark, in der Kommunalpolitik und mit seinen Enkeln. „Außerdem bin ich sehr stolz, dass der Junior den Betrieb weiterführt.“ Darauf haben er und seine Frau Edeltraut schließlich hingearbeitet. Nun liegen die Zügel bei Florian und seiner Frau Monika (36). Sie beschäftigen eine Disponentin und rund 20 Fahrer.

„Natürlich habe ich andere Vorstellungen und gehe auch anders an Dinge heran“, sagt der 37-Jährige. Auch für die Kunden und die Angestellten sei es eine Umstellung gewesen. „Dadurch dass ich mich schon früh interessiert habe, kannten mich viele noch als den kleinen Jungen neben Harald.“

Ob Sohn Ole (7) irgendwann das Familienunternehmen weiter führen wird? Schließlich hilft auch er schon jetzt gerne mit und schippt auch mal Steine, wenn es um kleine Bestellungen geht. „Die Entscheidung überlasse ich ihm“, sagt Florian Zindel. (mai)

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