Gibt es eine Teilnahmepflicht an Weihnachtsfeiern?

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Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit der betrieblichen Weihnachtsfeiern. Doch ist es für mich wirklich verpflichtend an einer Feier teilzunehmen? Kann ich die Teilnahme daran verweigern?

Im Grunde ist ein Arbeitnehmer nur verpflichtet das zu leisten, was auch sein Arbeitsvertrag vorsieht. Sofern also die Tätigkeit laut Arbeitsvertrag nicht eindeutig auch die Teilnahme an Weihnachtsfeiern vorsieht ist es dem Arbeitnehmer möglich, sich dem Fest zu entziehen.

Nikolausdouble oder Christkind

Eine vertragliche Gestaltung ist jedoch auch nur schwer vorstellbar, außer man tritt seinen Dienst als Nikolausdouble oder Christkind an. Doch kann ich mich auch der Weihnachtsfeier entziehen, wenn diese innerhalb der Dienstzeit stattfindet oder riskiere ich eine Abmahnung vom Chef? Die Rechtsprechung ist hier eindeutig und verweist auf das vorgenannte. Jeder Arbeitnehmer ist nur zu der Leistung verpflichtet, welche im Arbeitsvertrag vorgesehen ist.

Bei Unfällen versichert

Was passiert jedoch, wenn ich mich dazu entschlossen habe an der Weihnachtsfeier teilzunehmen, gleich, ob während der Dienstzeit oder danach und dann passiert das, was häufig im Winter passiert. Eine Pfütze hat sich in eine spiegelglatte Eisfläche verwandelt. Ich rutsche aus und besuche nicht die Weihnachtsfeier, sondern die örtliche Notaufnahme. Auch hier ist sich die Rechtsprechung einig. Die gesetzliche Unfallversicherung greift ein, aber nur, wenn die Feier tatsächlich seitens des Arbeitgebers veranstaltet oder „angeordnet“ wurde und auch tatsächlich selbst daran teilnimmt.

Das Bundessozialgericht in Kassel hat dazu ausgeführt, dass es entscheidend ist, dass und ob die Feier von der Autorität des Unternehmens getragen ist. Um in einer solchen Situation Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen, ist es unumgänglich rechtlichen Rat und Beistand einzuholen. Nur ein Jurist wird letzten Endes mit Sicherheit abwägen können, welche Schritte notwendig sind die Interessen der Arbeitnehmer und auch Arbeitgeber in Einklang zu bringen und nötigenfalls letzten Endes gerichtlich geltend zu machen.

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