Werratalsee bei Schwebda

Einer der Investoren hat Gemeinde Kaufangebot für Naturcamp-Fläche am Ostufer gemacht

Filetstück am Werratalsee: Die von der Gemeinde Meinhard an das Naturcamp-Meinhard verpachtete Fläche will die Grebendorfer Familie Wiesmann der Gemeinde abkaufen. Archiv
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Filetstück am Werratalsee: Die von der Gemeinde Meinhard an das Naturcamp-Meinhard verpachtete Fläche will die Grebendorfer Familie Wiesmann der Gemeinde abkaufen. Archiv

Neue Entwicklung am Ostufer des Werratalsees bei Schwebda: Die Investoren-Familie Wiesmann/Sauer will jetzt einen Teil des Ostufers von der Gemeinde Meinhard kaufen.

Grebendorf - Ein entsprechendes Kaufangebot für die gemeindliche Fläche liege vor, sagte Karl Jeanrond (SPD) am Donnerstagabend, der unter anderem aus der Sitzung des Bauausschusses aus der vorigen Woche berichtete.

Bei der Fläche, für die sich die Investoren Wiesmann/ Sauer interessieren, handelt es sich um das Land, das der Verein Naturcamp-Meinhard um Rainer Klippert (SPD) derzeit gepachtet hat. Der Familie Wiesmann/Sauer gehören die Flächen südlich des Naturcamps. Dort will Wiesmann eine Gastronomie sowie in einem ersten Schritt zirka 20 Stellplätze für Wohnmobile schaffen.

Bereits im Sommer hatte Wiesmann bei der Vorstellung seines Projektes allerdings klargestellt, das das Naturcamp für ihn dort auf Dauer keinen Bestand haben wird. Die Naturcamp-Fläche solle bei einer Erweiterung seines Projektes integriert werden.

Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill sagte am Donnerstagabend, dass jetzt Gespräche mit der Familie Wiesmann/ Sauer als auch mit Rainer Klippert geführt werden. Ein Preisangebot für den Kauf der Flächen gebe es bisher nicht. Auf Anfrage sagte Brill, dass es beim Verkauf der Gemeindeflächen auch rechtliche Probleme geben könnte – immerhin hatte Meinhard Mitte der 2000-Jahre einige Millionen an EU-Fördermitteln zur touristischen Entwicklung des Areals erhalten.

„Die Gemeinde muss jetzt mal in die Puschen kommen, wenn sie sich entwickeln will“, sagte Jeanrond und kritisierte unter anderem, dass die am Ostufer interessierten Investoren von der Gemeinde nicht mal einen Zwischenbescheid erhalten hätten, während zugleich Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) einfach ausgefallen seien. Das wiederum begründete der HFA-Vorsitzende Bernhard Mensing (CDU) damit, dass auch er keine Unterlagen zum Ostufer erhalten habe. Christian Mehler mit dem „Heimathafen“ und Steffi Oßwald mit ihren Schwimmhäusern hatten ihre Projekte beide zurückgezogen.

„Schlafmützigkeit“ in Sachen Ostufer wollte auch die ÜWG Meinhard nicht auf sich sitzen lassen. „Wir haben Christian Mehler von der Fahne gehen lassen, der Ortsbeirat Schwebda hats verschlafen“, sagte Christian Menthe. „Wenn Bürger sich gegen ein Projekt aussprechen, ist das so. Das ist Demokratie, damit müssen wir leben“, sagte Gerhard Pippert (SPD).

Der Ortsbeirat Schwebda hatte sich 2020 einstimmig gegen den „Heimathafen“ ausgesprochen. Zudem war eine Unterschriftenaktion gegen das Projekt gestartet worden. Unterzeichnet worden war der Aufruf gegen eine Ansiedlung des Heimathafens 2020 seinerzeit von 39 Personen, davon kamen sechs Personen aus der Gemeinde Meinhard. Allein in betroffenen Ortsteil Schwebda leben rund 800 Einwohner. Bei einer weiteren Unterschriftenaktion Anfang 2021 kamen 324 Unterschriften zusammen. (Stefanie Salzmann)

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