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Wildtiere in Wanfried: Amt stellt keine Mängel fest

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Von: Theresa Lippe

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Lebt auch im kritisierten Wildschweingehege bei dem Wanfrieder Tierarzt Ernst-Wilhelm Kalden: Beethoven.
Lebt auch im kritisierten Wildschweingehege bei dem Wanfrieder Tierarzt Ernst-Wilhelm Kalden: Beethoven. © theresa lippe

Angeblich tierschutzwidrige Zustände in Wanfried im Wildtiergehege des Tierarztes Kalden. Doch nach Prüfung der Behörde ist alles in Ordnung.

Wanfried – Es ist bereits die dritte anonyme Anzeige beim Veterinäramt Werra-Meißner gegen den Wanfrieder Tierarzt Ernst-Wilhelm Kalden. „Ich bin mir sehr sicher, von wem diese Anzeigen kommen. Auslöser für das alles sind persönliche Probleme, die diese Person mit mir hat, nicht etwa die Tiere in meiner Auffangstation“, sagt der Tierarzt. Anfang des Monats wurde nun erneut die Tierhaltung in Kaldens Auffangstation auf dem eigenen Anwesen überprüft.

„Wir müssen solchen Anschuldigungen natürlich nachgehen“, heißt es seitens des Veterinäramtes. Da es schon die dritte Anzeige dieser Art sei, seien in der Vergangenheit bereits Kontrollen erfolgt, sogar mit Vertretern vom RP Kassel. Die erforderlichen Maßnahmen wurden damals eingeleitet, informiert Jörg Klinge im Namen des Veterinäramts.

In dem anonymen Brief wirft der Schreiber oder die Schreiberin dem Tierarzt vor, Tiere gerne zu sammeln, seine vier Wildschweine würde er in einem viel zu kleinen Gehege nicht artgerecht halten. Die Schweine „stehen im Schlamm oder auf betonhartem Boden, Wasser ist oftmals nicht da. Grünschnitt oder Heu Fehlanzeige“, heißt es da beispielsweise.

Auch ginge es dem – nach Angaben des anonymen Schreibers – 17 Jahre alten Keiler sehr schlecht, er sei gestresst und hektisch, beiße in den Zaun. „Humby ist Deutschlands wohl ältestes Wildschwein mit 22 Jahren“, sagt Kalden. „Natürlich hat er Alterserscheinungen wie Arthrose. Aber er hat keine Schmerzen und noch Spaß am Leben.“ Die Anschuldigungen seien an den Haaren herbei gezogen.

Strenge Auflagen für Wildtierhaltung

Für eine tierschutzgerechte Haltung von Wild in Gehegen gibt es strenge Auflagen vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. So sind für ein ausgewachsenes Wildschwein rund 2000 Quadratmeter vorzuhalten, als Mindestzahl sollten fünf Wildschweine zusammen gehalten werden. „So viel Fläche ist utopisch, nicht mal in Wildparks haben die Wildschweine Gehege in dieser Größe“, sagt Kalden. So viel Platz sei nur nötig, wenn die Tiere vor den Menschen fliehen müssen und wollen. Kalden: „Das ist bei uns aber nicht der Fall. Wir haben die Wildschweine mit der Flasche aufgezogen, die Tiere wollen nicht fliehen, wenn sie uns sehen. Ganz im Gegenteil.“

Bezüglich des Platzbedarfs der Wildschweine werde der Fall aktuell noch geprüft, teilt Jörg Klinge auf WR-Anfrage für das Veterinäramt mit. „Die notwendige Größe und die Strukturierung des Geheges für die Wildschweine wird deshalb noch mit den Experten für Artenschutz abgestimmt. Aus diesem Grund ist noch nicht ableitbar, ob eine Anordnung (Konsequenz) erforderlich ist. Doch kreidet der anonyme Schreiber nicht nur die Haltung der Wildschweine an, sondern auch die der anderen Wildtiere, die bei Familie Kalden leben. Auch dies wurde bei der Überprüfung in Augenschein genommen.

„Es wurden keine Mängel in der Versorgung und Pflege der Tiere festgestellt“, heißt es dazu seitens des Veterinäramts.

Hassgeladen und von familiärer Natur sei das Vorgehen der anonymen Person, sagt der Wanfrieder Tierarzt Kalden. „Unsere Auffangstation ist ein gemeinnütziger Verein, wir tun sehr viel für die Wildtiere. Ohne unsere Hilfe wären sie gestorben.“

Kalden hält das Verhalten des anonymen Autors für ein „absolutes Unding“. Man wolle nun massiv gegen den Schreiber oder die Schreiberin vorgehen.

Dieser spricht in seinem oder ihrem Brief abschließend noch eine Drohung gegen das Veterinäramt aus. Sollte nach dem Schreiben nichts passieren, werde er oder sie eine Beschwerde gegen das Amt beim Land Hessen einreichen. (Theresa LIppe)

archivFoto: jessica sippel

Ernst-Wilhelm Kalden Wanfrieder Tierarzt
Ernst-Wilhelm Kalden Wanfrieder Tierarzt © Jessica Sippel

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