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Willkommenskonzert: Sontra unterstützt Ukrainer

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Gestalteten das Willkommenskonzert: (von links) Angela, Pfarrer Axel Aschenbrenner, Anastasia, Natascha Schmidt, Claudia Deist (Kirchenvorstand) und Thomas Eckhardt.
Gestalteten das Willkommenskonzert: (von links) Angela, Pfarrer Axel Aschenbrenner, Anastasia, Natascha Schmidt, Claudia Deist (Kirchenvorstand) und Thomas Eckhardt. © Anna Schellhase

Sontra ist bunt: In der 8000-Einwohner-Stadt leben momentan 1161 Menschen aus 64 verschiedenen Nationen.

Sontra – Außerdem gibt es zwei Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete. Die Stadt wurde als Vielfaltskommune ausgezeichnet und arbeitet in zahlreichen Projekten daran, die Integration von Geflüchteten zu unterstützen.

Unter dem Motto „Erfolgreiche Integration durch Musik“ luden die Stadt Sontra und die evangelische Kirche am Ostersonntag zu einem ganz besonderen Willkommenskonzert ein und stellten ihre integrativen Angebote vor. „Diese Veranstaltung ist eine Friedensbotschaft, die von Sontra ausgeht“, betonte Bürgermeister Thomas Eckhardt. Für den musikalischen Genuss sorgten der evangelische Posaunenchor, der Landsknechtsfanfarenzug Sontra, die Marchingband Silver Lions und das Jazztrio Sirelu.

Als besondere Gäste begrüßte Pfarrer Axel Aschenbrenner die beiden Ukrainerinnen Angela und Anastasia. Mittels Übersetzerin erzählten sie den Sontraern die berührende Geschichte von ihrer Flucht aus Mariupol nach Deutschland. Den Frauen fällt es sichtlich schwer, darüber zu sprechen, in ihnen werden die Erinnerungen wieder wachgerufen, sie kämpfen mit den Tränen. Dennoch sind sie sehr dankbar für die Hilfe und Unterstützung, die sie erfahren haben: „Ihr habt eure Türen geöffnet und uns aufgenommen. Danke!“, sagen sie.

Nachdem die Menschen in Mariupol für 25 Tage schon unter Beschuss standen – ohne Essen, Strom oder Heizung – nutzen Angela und Anastasia die erste Chance zur Flucht. Sie konnten nichts mitnehmen, nur ihre drei Katzen. Innerhalb von vier Tagen erreichten sie Deutschland. Freunde vermittelten schließlich eine Unterkunft. Nun leben sie bei Pfarrer Aschenbrenner im Pfarrhaus. Eine Win-Win-Situation, wie es Aschenbrenner beschreibt. „Angela hat sofort meine Küche in Beschlag genommen. Ich werde wunderbar versorgt“, lacht er.

„Die Not ist groß“, betonte Bürgermeister Eckhardt und sicherte zu, dass Sontra weitere Geflüchtete aufnehmen werde. Damit dies allerdings funktioniere, brauche es viele Menschen, die mit anpacken. „Wir müssen einen Beitrag leisten, indem wir auf Menschen zugehen und Angebote schaffen“, so Eckhardt weiter. Natascha Schmidt ist deshalb in Sontra als hauptamtliche Koordinatorin zuständig und die erste Ansprechpartnerin für integrative Projekte.

Doch ohne ehrenamtliche Helfer seien die ganzen Projekte nicht möglich: Viele Sontraer engagieren sich bereits vielfältig oder haben selbst Geflüchtete in ihr Haus aufgenommen. Dafür bekundete Eckhardt großen Respekt und appellierte, weiter Hilfe zu leisten. „Krieg ist keine Lösung und bringt nur Verlierer. Deshalb steht Sontra für Frieden.“ (Von Anna Schellhase)

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