Kneipen

Wirte im Konflikt, weil sie zwischen 2G und 3G entscheiden können

Ein gepflegtes Bier mit Freunden: Die Kneipen in der Region dürfen die Gäste nach der 2- oder 3G-Regel inzwischen selbst bestimmen und handhaben es unterschiedlich.
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Ein gepflegtes Bier mit Freunden: Die Kneipen in der Region dürfen die Gäste nach der 2- oder 3G-Regel inzwischen selbst bestimmen und handhaben es unterschiedlich.

2G- oder 3G-Regel – diese Entscheidung spaltet gerade die Gastronomie. Wir haben mit zwei Kneipenwirten gesprochen: Einer hat sich für 2G, eine für 3G entschieden.

Eschwege/Grebendorf– Wer sich für 2G entscheidet, also nur Geimpften und Genesenen den Zutritt gewährt, hat zwar entspannte Gäste im Inneren, muss sich aber mit Kritik von denen auseinandersetzen, die jetzt außen vor bleiben.

Seit dem 16. September haben Gastronome und etwa auch Kultur-Veranstalter die Möglichkeit, ihre Betriebe nicht mehr nach den 3G-Regeln, sondern unter 2G-Bedingungen weiterzuführen. Das ging zwar auch vorher schon per sogenanntem Hausrecht, doch neu ist nun: Dort, wo 2G angewendet wird, müssen keine Masken mehr getragen und keine Abstände eingehalten werden. Zutritt gibt es dann nur noch für Geimpfte und Genesene; ein negativer Test reicht nicht zum Eintritt. Die Dehoga Werra-Meißner hatte direkt nach der Entscheidung begrüßt, dass die Wirte jetzt selbst entscheiden dürfen.

Nach einer Umfrage des Branchenverbandes Dehoga Hessen sprechen sich inzwischen rund 64 Prozent gegen die viel diskutierte und teils umstrittene 2G-Option als Alternative zur 3G-Regel aus. Dehoga Hessen hatte vom 29. September bis 3. Oktober über 600 Betriebe aus allen Bereichen von Hotellerie und Gastronomie in Hessen befragt.

Jessy Waldmann von der Klamotte 2.0 in Grebendorf hat sich für die 3G-Regel entschieden. Sie musste abwägen. Eine Gruppe ihrer Stammgäste lässt sich nicht impfen und würde somit wegfallen. „Das sind gute Gäste, die mich von Tag eins besuchen und zu jeder Veranstaltung vorbeikommen“, sagt sie. Die anderen Gäste seien überwiegend alle geimpft und haben mit der Regelung kein Problem. Denn es bedeutet: Das Personal muss auf Abstand und den Mundschutz der Gäste achten. Gerade beim Mundschutz müsse man immer hinterher sein. „Da kommt es auch mal vor, dass der ein oder andere Gast etwas genervt wirkt, aber da müssen sie genauso durch, wie wir als Personal.“

Jessy Waldmann, Wirtin der Klamotte 2.0 in Grebendorf

Bei reservierten geschlossenen Gesellschaften oder an Tagen, an denen überprüft wurde, dass nur Geimpfte im Raum sind, wird auch mal auf 2G gewechselt. „An Abenden mit der 2G-Regelung ist es von der Stimmung noch schöner, sagt Jessy Waldmann. „Aber auch voll ungewohnt.“

Roland Held, Geschäftsführer der Zille in Eschwege, hat sich für die 2G-Regel entschieden, „da es nur so betriebswirtschaftlich einen Sinn ergibt.“ Dafür hat er bei der Bekanntgabe viel Kritik auf seiner Online-Seite einstecken müssen. 135 Kommentare finden sich hier. Viele negative sind dabei. Die Rede ist von Ausgrenzung, Zwei-Klassen-Gesellschaft und Boykott. Dieser Protest spielt sich aber nur im Internet ab. Vor Ort geht es gesittet zu. Roland Held und sein Personal kontrollieren die Gäste, am Wochenende übernimmt das wegen des Zulaufs eine Security. Gäste, die die Regeln nicht einhalten wollen, werden höflich rausgebeten

Roland Held

Helds Fazit: „Mit der 2G-Regel findet ein ganz normaler Kneipenabend statt. Die Gäste sind entspannt, können feiern und sich so geben wie vor der Pandemie.“ (Tobias Stück)

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