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Wirtschaftsraum Werra-Meißner hat zweites Krisenjahr gemeistert

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Von: Tobias Stück

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Berichteten über das Geschäftsjahr 2021 im Wirtschaftsraum Werra-Meißner: (von links) Aufsichtsratsmitglied Thomas Eckhardt, WFG-Geschäftsführer Dr. Lars Kleeberg und Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann.
Berichteten über das Geschäftsjahr 2021 im Wirtschaftsraum Werra-Meißner: (von links) Aufsichtsratsmitglied Thomas Eckhardt, WFG-Geschäftsführer Dr. Lars Kleeberg und Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann. © Tobias Stück

Dr. Lars Kleeberg hat für den Wirtschaftsraum Werra-Meißner vor den Gesellschaftern der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) in Sontra ein positives Fazit des zweiten Coronajahres 2021 gezogen.

Sontra – Der Vorteil sei, dass man im Landkreis mit einem breiten Branchenmix vielfältig aufgestellt sei. Man habe 2021 wieder Tritt gefunden. „An vielen Stellen sogar besser als vor der Pandemie“, sagt Kleeberg.

Arbeitsplätze

Bei den Arbeitsplätzen hat der Werra-Meißner-Kreis im Vergleich zum Vorjahr um knapp vier Prozent zugelegt. Das ist im Vergleich unter den umliegenden Landkreisen ein sehr guter Wert. Dennoch hat der Werra-Meißner-Kreis mit 29 000 weiterhin die geringste Zahl an Arbeitsplätzen.

Die meisten Arbeitnehmer gehen im Kreis einer Dienstleistung nach. Das sind mehr als die Hälfte der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer – Tendenz seit 2017: steigend. Knapp ein Sechstel arbeitete 2021 zudem im Handel. Zuwächse verzeichnet auch das Baugewerbe. Abgenommen hat die Zahl der Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe und im Gastgewerbe. Die Arbeitslosenquote lag Ende 2021 im Landkreis bei 4,7 Prozent – das entspricht dem Niveau von vor der Pandemie.

Bevölkerung

Die Bevölkerung hat seit 2017 um 1,2 Prozent abgenommen. Damit liegt der Werra-Meißner-Kreis leicht über dem Durchschnitt in Nordhessen. Einziger Landkreis mit Bevölkerungszuwachs ist der Landkreis Kassel (+0,1 Prozent). Düsterer sieht es in thüringischen Nachbarkreisen aus. Der Eichsfeldkreis hat 1,2 Prozent seiner Einwohner verloren, Unstrut-Hainich-Kreis zwei Prozent und der Wartburgkreis fünf Prozent.

Unternehmen

Während der Pandemie hat die WFG zahlreiche Unternehmen betreut. 553 Gründer, Investoren, Kommunnen und Privatpersonen wurden innerhalb eines Jahres beraten. „Die WFG ist so gut vernetzt, dass alle Themen hier gut in einer Hand liegen“, sagt Aufsichtsratsmitglied Thomas Eckhardt. Gerade in der Akquise von Fördermitteln sei die Gesellschaft ein weichtiger Partner gewesen, sagt Kleeberg. Sie hat mit 122 Beratungen auch den größten Raum eingenommen. An Zuschüssen und Krediten hat die WFG rund 100 Millionen Euro im Werra-Meißner-Kreis organisiert. Die Betriebe hätten begriffen, dass man trotz einer Krise Probleme aktiv angehen müsse, so Kleeberg. Es sei auch 2021 zu Ansiedlungen, Betriebseinrichtungen oder Unternehmenserweiterungen gekommen.

Ausblick

Energie: Für viele Wirtschaftsbetriebe ist die Frage nach mehr Unabhängigkeit in Energiefragen ein wichtiges Zukunftsthema. Durch den Ukraine und damit verbundenen Preissteigerungen sei mehr Dynamik in den Prozess gekommen, sagt Kleeberg. Durch das Klimaschutzkonzept des Kreises, die energetische Quartierssanierung, Aufbau von Photovoltaikanlagen und Einsatz von Wasserstoff sei schon viel in die Wege geleitet worden. „Es wird sich jetzt mehr und schneller entwickeln“, sagt Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann.

Auch, weil es jetzt ans eigene Portemonnaie gehe. Gewerbegebiete: Die Anfragen nach Gewerbegebiete würde zunehmen, je weiter der Baufortschritt der A44 vorangehe. Auch flächenintensive Logistikstandorte seien gefragt. „Flächen in der Größenordnung von drei bis vier Hektar sind noch ausreichend vorhanden“, sagt Kleeberg. Topografisch sei man in der Region allerdings eingeschränkt. Digitalisierung: Durch das gerade eröffnete Werra-Meißner Lab will die WFG die Digitalisierung im Kreis vorantreiben. Fachkräfte: Die Agentur Kompass, die auch bei der WFG angegliedert ist, wird sich verstärkt um die gewinnung von Fachkräften bemühen, denen fast alle Betriebe nachjagen würden.

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