Projekt „UnvergEssbar“ stellte im Bürgergespräch seine Arbeit und seine Ziele vor

Witzenhausen zum Essen

Sie wollen die Stadt essbar machen: Viele tolle Ideen wie der Gemüseturm und eine Stadtführung wurden von den Initiatoren von „UnvergEssbar“ bei dem Bürgergespräch in Schinkels Brauhaus vorgestellt. Foto: Neugebauer

Witzenhausen. Mitten in der Stadt eine Kübelpflanze mit Tomaten zum Naschen, ein paar Meter weiter steht ein Mini-Beet mit frischem Salat und Gemüse direkt neben einem Restaurant, den der Gast aussucht und dem Koch zur Zubereitung für sein „UnvergEssbar-Menu“ zukommen lässt. Diese andere Ideen wurden beim Bürgergespräch am Donnerstag in Schinkels Brauhaus vorgestellt.

„Früher hatte fast jede Stadtwohnung seinen Hinterhofgarten, aus dem er sich mit frischem Obst und Gemüse versorgt hat. Wir wollen dieses jetzt wieder beleben und nach vorne an die Straße holen“, sagt Emil Wietmann, einer der Initiatoren von „UnvergEssbar“. „Witzenhausen hat guten Boden, genügend Wasser, regionales Saatgut und viel Wissen über den biologischen Obst- und Gemüseanbau und ist deshalb prädestiniert für eine essbare Stadt“, führt er weiter aus.

Vorbilder gibt es sowohl international als auch deutschlandweit. Todmorden in Mittelengland war Vorreiter dieser Initiative, der sich mit der „Essbaren Stadt Kassel e.V.“ und den „Internationalen Gärten Göttingen“ bereits auch regionale Städte angeschlossen haben. Die Selbstversorgung mit biologisch angebautem Gemüse und die Unabhängigkeit von den Lebensmittelskandalen wird für viele in Zukunft immer mehr in den Fokus rücken, sind sich die Beteiligten einig.

Aber auch touristisch kann die „UnvergEssbare Stadt“ Witzenhausen genutzt werden. Beispielsweise könnte ein Erntepfad angelegt oder eine „unvergEssbare“ Stadtführung angeboten werden. Neben einer Blumenwiese mitten in der Stadt käme man an Streuobstwiesen mit frischem Obst, an essbaren Pflanzkübeln mit frischen Kräutern, Beeren und Tomaten in der Innenstadt vorbei, wo Geschäftsleute ihre entsprechenden Produkte anbieten können oder zum Latte Machiato einladen. Auch an einen neuen Gemüseturm im Stadtpark, wo der Gast mittels eines Tretfahrrades das Gießwasser nach oben pumpt, ist gedacht. Der Schaugarten des Vereins Urtica oder den Mehrgenerationengarten der Awo könnte man ebenfalls in dieses Konzept einbeziehen. So hätte man neben den Kirschen, Rad- und Wandertouristen ein weiteres Zugpferd für den Tourismus der Stadt.

Das Projekt braucht weitere Menschen, die sich engagieren und es unterstützen. Beispielsweise können Patenschaften für einen Pflanzkübel oder ein Mini-Beet eingegangen werden, man kann ein Stück von einem Bauerngarten mieten oder selbst bewirtschaften oder eine brachliegende Grundstücksfläche zur Verfügung stellen. Geldspenden sind ebenso willkommen wie anderweitige Unterstützungsleistungen. (znb) Info: Mehr zu „UnvergEssbar“ gibt es unter http://unvergessbar.net oder http://www.ttwitzenhausen.de/projekte/2012-06-02-16-13-59.html.

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