Stadt will neuen Schwung und Zusammenhalt für Firmen

Witzenhausen macht Weg frei für "Wirtschaftsförderung 4.0"

Leerstand gibt es in Witzenhausen viel: Das Forschungsprojekt „Wirtschaftsförderung 4.0“ soll für mehr Leben in der Stadt sorgen. 
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Leerstand gibt es in Witzenhausen viel: Das Forschungsprojekt „Wirtschaftsförderung 4.0“ soll für mehr Leben in der Stadt sorgen. 

Unternehmer sollen sich besser kennenlernen, Firmen rund um Witzenhausen besser zusammenarbeiten und es soll mehr Schwung für die Wirtschaft geben. Viele Hoffnungen ruhen auf der "Wirtschaftsförderung 4.0".

Was hat es mit dem Wirtschaftsförderer auf sich, den Bürgermeister Daniel Herz beim Neujahrsempfang angekündigt hat und von dem noch nicht einmal die Fraktionen etwas wussten? Jetzt gibt es Klarheit:

Was ist die Idee von „Wirtschaftsförderung 4.0“?

Gemeinsames Wirtschaften, die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen aus der Region, eine Stärkung heimischer Betriebe – das sind die Ziele. Auch der Klimaschutz und der sparsame Umgang mit Ressourcen werden einbezogen: „Das Konzept der „Wirtschaftsförderung 4.0“ betrachtet die gesamte Wirtschaft der Stadt und geht über die reine Unternehmensförderung hinaus“, sagt Herz. Vielmehr sollen Unternehmer miteinander besser in Kontakt gebracht und die Zusammenarbeit gestärkt werden. Herz hofft so auf mehr wirtschaftliche und soziale Stabilität in der Stadt.

Warum kommt das Projekt nach Witzenhausen?

Weil es in und um Witzenhausen dank des Uni-Fachbereichs „Ökologische Agrarwissenschaften“ bereits viele Start-Ups gibt. Herz hofft, dass die Stadt als „Green Valley“ („Öko-Tal“) bekannt wird und sich so einen Standortvorteil erarbeitet. Zudem gebe es in Witzenhausen viele Initiativen, die rund um die Frage des guten Lebens und der guten Ernährung nach neuen Wegen suchen. Dieser Trend soll ausgebaut, Innenstadthandel und Tourismus unterstützt werden. „Mit einer Projektteilnahme möchten wir zeigen, dass gesellschaftliche Innovationen nicht zwingend von großen Schwarmstädten ausgehen müssen, sondern auch aus ländlichen Regionen stammen können“, so Herz. Die beiden Koordinatoren für die kommunale Entwicklungspolitik (Kepol), Christoph Schösser und Kolja Braun, hatten angeregt, dass sich die Stadt auf die Teilnahme bewirbt, so Herz.

Wer sind die Projektpartner?

Das „Wuppertalinstitut für Klima, Umwelt, Energie“ forscht mit rund 240 Mitarbeitern vorwiegend zu Themen der nachhaltigen Entwicklung, es ist im Verantwortungsbereich des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen angesiedelt. Seit drei Jahren setzt es erste Projekte zum Thema „Wirtschaftsförderung 4.0“ in Osnabrück (Niedersachsen) um und will nun prüfen, ob diese Ergebnisse aus Niedersachsen in Städten wie Witzenhausen sowie Wuppertal und Witten (beide Nordrhein-Westfalen) ebenfalls angewendet werden können. Auch eine Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner und die Gründungsberatung der Universität Kassel ist laut Herz geplant. Der Start war für den 1. März geplant, hat sich aber wegen des abgelehnten Haushalts verzögert. Herz hofft auf einen schnellstmöglichen Start.

Christoph Schösser,Witzenhäuser Wirtschaftsförderer

Finanziert wird das Projekt vom Bundesforschungsministerium. Dazu gehört, dass die Personalkosten für den Wirtschaftsförderer für zwei Jahre übernommen werden.

Wer wird der neue Wirtschaftsförderer?

Er habe mit Bauamtsleiter Bernd Westermann Kepol-Koordinator Schösser vorgeschlagen, sagte Herz im Parlament. Eine interne Besetzung sei möglich und sinnvoll, da Schösser durch die Arbeit für Kepol die Lage vor Ort gut kennt. Schösser hat Volkswirtschaftslehre und Nachhaltiges Wirtschaften studiert, er war zeitweise Klimaschutzmanager in Essen.

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