Verein will Treffpunkt für alle schaffen

30 junge Menschen eröffnen in Witzenhausen ehrenamtlich Kiosk an Ermschwerder Straße

Suchen noch Mitstreiter: Barend Kaenders (von links), Sofie Mihatsch und Paula Klein vom Kioskteam. FOTO: MICHAEL CASPAR
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Suchen noch Mitstreiter: Barend Kaenders (von links), Sofie Mihatsch und Paula Klein vom Kioskteam.

Abends oder am Wochenende in Witzenhausen noch mal schnell Getränke, Nudeln oder eine Zahnbürste einzukaufen, ist gar nicht so einfach. Für Abhilfe wollen 30 junge Leute sorgen. Sie betreiben seit November ehrenamtlich den Kiosk an der Ermschwerder Straße 2.

Witzenhausen – „Der kleine Laden soll sich zu einem Treffpunkt entwickeln, wo Studierende mit Alteingesessenen ins Gespräch kommen, wo Lesungen stattfinden, Radiosendungen produziert und soziale Projekte für Kinder, Senioren oder Menschen mit Beeinträchtigungen einen Platz erhalten“, kündigt Paula Klein vom zehnköpfigen Organisationsteam an. Das zu verwirklichen, ist allerdings alles andere als einfach – nicht nur wegen der Pandemie.

Bereits im Mai hat die Gruppe, die sich in einem Verein zusammengefunden hat, die Räume von Familie Gustav Fischer angemietet. Ein paar Monate zuvor hatte der frühere Kioskbetreiber die Segel gestrichen.

Die Bewilligung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt gestaltete sich dornenreich. „Eins ums andere Mal bekamen wir unseren Antrag zurückgeschickt“, erinnert sich Studentin Sofie Mihatsch. Immer fehlte noch etwas.

Mit den Monaten ging dem Team langsam, aber sicher das Geld aus. Am knappen Budget zerschlug sich die Idee, einen Steuerberater hinzuzuziehen. So war die Eröffnung im November eine Flucht nach vorne, um erst einmal wieder etwas Geld in die Kasse zu bekommen.

Immerhin hatte der harte Kern, dem 20 Helfer zur Seite stehen, die lange Vorlaufzeit zum Herrichten der Räume genutzt. Sie wurden gestrichen, die Wände mit Bildern geschmückt. Das Kioskteam, zu dem ein Zimmermann gehört, baute aus Buchenholz eine massive Theke. Ein Sofa, Stühle und Tische sowie Regale wurden beschafft. „Unsere Vermieter unterstützen uns großartig“, freut sich Student Barend Kaenders.

Das Sortiment war zu planen, Einkäufe bei der Metro und der Witzenhäuser Foodcoop Fette Beute an der Nordbahnhofstraße zu tätigen. Das Team machte sich schlau, wie Kassenbücher zu führen sind. Da half es, das einige aus dem Orga-Team bereits unternehmerisch tätig sind. Derzeit ist der Kiosk montags bis donnerstags von 17 bis 22 Uhr, freitags und samstags von 17 bis 24 Uhr sowie sonntags von 12 bis 20 Uhr geöffnet.

„Wir hoffen auf rüstige Rentner, die tagsüber und während der Semesterferien den Verkauf übernehmen“, sagt Studentin Sofie Mihatsch. Löhne könne der Verein nicht zahlen. Mitarbeitende dürften aber die angebotenen Waren zum Einkaufspreis erwerben.

„Mittelfristig wollen wir Mitarbeitenden die Verpflegung stellen“, kündigt Studentin Paula Klein an. Auf lange Sicht soll eine 450-Euro-Kraft eingestellt werden.

Derzeit sucht der Verein, der immer noch nicht als gemeinnützig anerkannt ist, Mitstreitende, die im Verkauf, bei der Buchführung oder der Sortimentsplanung helfen wollen. (Michael Caspar)

Kontakt: per E-Mail an kiosk-witzenhausen@web.de

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