Die Jüngsten pflegen ihre eigenen Douglasien

50 Bäumchen für den Waldkindergarten in Bad Sooden-Allendorf

Vorarbeiterinnen bei der Pflege ihres Wäldchens: Mit der Gartenschere verhindern Die Mädchen Elisabeth (links) und Emilia arbeiten hockend mit der Gartenschere aif der Auffortungsfläche
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Vorarbeiterinnen bei der Pflege ihres Wäldchens: Mit der Gartenschere verhindern Elisabeth (links) und Emilia die Verkrautung rund um die jungen Douglasien.

Die Pflanzlöcher hatten kräftige Männer schon vorbereitet, als jetzt Jungen und Mädchen des Waldkindergartens in Oberrieden praktisch vor der eigenen Haustür eine rund 900 Quadratmeter große Fläche wieder aufgeforstet haben.

Oberrieden – Zwischen 20 und 40 Zentimeter hoch sind die zwei Jahre alten Bäumchen, welche die Kinder unweit ihres Domizils dort in den Boden brachten, wo sich vorher Fichten in den Himmel reckten. Diese waren wegen Trockenheit und Borkenkäferbefall eingegangen und mussten gefällt werden.

Abgeguckt hatte sich der Waldkindergarten die Aktion von den Profis, die jüngst – wie berichtet – im Stadtwald von Bad Sooden-Allendorf 40 000 robuste Douglasien gepflanzt hatten.

Nach Schätzung von Experten dürften drei Jahre vergehen, bis die Setzlinge mit etwa 1,20 Meter so groß sind wie heute die ältesten der Kindergartenbesucher. Und bis die Bäume ihr Endmaß von rund 35 Metern erreichen, zögen voraussichtlich etwa hundert Jahre ins Land.

Jetzt heißt es für die Kinder, ihr eigenes Wäldchen zu pflegen. Unliebsame Begleitpflanzen, wie Gräser, Disteln oder Dornengestrüpp müssen gerade in der dynamischen Vegetationsphase regelmäßig zurückgeschnitten werden, damit die jungen Triebe wachsen können. Als Vorarbeiterinnen im zeitlichen und praktischen Sinn betätigten sich schon mal die sechsjährige Elisabeth aus Lindewerra und die gleichaltrige Emilia aus Küchen, ehe es in den nächsten Tagen mit allen Vorschulkindern so richtig losgeht.

Zu Hause benutzen die beiden Mädchen den Garten nach eigenem Eingeständnis lieber zum Spielen als zum Arbeiten, haben aber, wie sie glaubwürdig versichern, „viel Spaß“ bei ihrer neuen Aufgabe, für die der Waldkindergarten eigens mehrere Gartenscheren angeschafft hat.

Schließlich wollen alle beteiligten Kinder ja auch unbedingt ihren „Garten-Führerschein“ behalten, den sie wieder abgeben müssen, falls sie die Regeln missachten, welche die Erzieherin Birgit Walther-Kramer aufgestellt hat. Wichtigste Vorschrift: Niemals mit offener Schere durch die Gegend laufen!

Ihren eigenen kleinen Wald können die Jungen und Mädchen in nur wenigen Minuten zu Fuß erreichen und wollen sich auch nicht von Regen daran hindern lassen.

Aktuell, erläuterte die Leiterin Carola Gries, sei der im August vergangenen Jahres eröffnete Waldkindergarten mit einer Kapazität von 20 Plätzen ausgebucht und ist immer von 7.30 bis 13 Uhr geöffnet, wobei sich die meisten Aktivitäten unter freiem Himmel abspielen.  (zcc)

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