Neue Regeln in Witzenhäuser Innenstadt

Achtung Autofahrer: Radler nun unterwegs in Altstadt und Einbahnstraßen

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Start in der Brückenstraße: Die Radlergruppe nach der Freigabe der Fußgängerzonen, angeführt von Erstem Stadtrat Thomas Kiedos (Mitte).

Witzenhausen. „Freie Fahrt“ für Radler, heißt es seit Samstagmorgen an vielen Punkten der Innenstadt. Hier gelten nun neue Regeln.

Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) hofft auf ein verständnisvolles Miteinander von Fußgängern, Radlern und Autofahrern durch die Neuregelungen im Stadtkern. Das System könne nur funktionieren, wenn nicht jeder auf seine Rechte poche, sagte Fischer am Markt. Kurz nach 10 Uhr gab sie symbolisch die Fußgängerzone für Radfahrer frei. Parallel dazu wurden verschiedene Einbahnstraßen wie die Steinstraße und die Carl-Ludwig-Straße für die Pedalritter im Gegenverkehr geöffnet.

Am Beginn der Steinstraße soll eine spezielle Markierung das Queren der Walburger Straße zum Markt erleichtern. Nach einem ersten Eindruck sind die Autofahrer an dieser Stelle vorsichtiger, und die Radler nehmen das Angebot gerne an, sicher geleitet zu werden.

Witzenhausen will, auf der Grundlage von Vorarbeit der Gremien und einer Studie des Verkehrsplanungsbüros Argus, einen Beitrag zum klimafreundlichen Verkehr leisten und sich zugleich als fahrradfreundliche Stadt profilieren. Insbesondere die Freigabe der Fußgängerbereiche für Radler war in der Stadt heftig umstritten – das Spektrum habe bis zur totalen Ablehnung gereicht, so vom Seniorenrat, der um die Sicherheit älterer Passanten fürchtete.

Fischer brach eine Lanze für die Radler: Diese Gruppe unter den Verkehrsteilnehmern sei in der Uni-Stadt groß, viele junge Leute seien auf die Räder als Fortbewegungsmittel angewiesen. Dabei hob Fischer hervor, dass das Ganze nur ein Versuch ist: „Wir werden das beobachten.“ Begleitet wird die Umstellung von einer Werbekampagne: An sieben Stellen wurden angemalte und geschmückte Räder in Position gebracht - Hingucker für die Öffentlichkeit.

Ein verstärktes Augenmerk sollen die Ordnungsamtsmitarbeiter Gerald Gottschalk und Jürgen Arnold, bislang mit der Überwachung des ruhenden Verkehrs betraut, auf die Neuregelungen in der Innenstadt richten. Die beiden Hilfspolizisten sollen außerdem dafür sorgen, dass Blech aus der Fußgängerzone verbannt wird, das dort nicht hingehört, sprich abgestellte Fahrzeuge außerhalb der Anlieferungszeiten. Denn diese könnten zum Hindernis für Radler und Fußgänger werden. Angeführt vom Ersten Stadtrat Thomas Kiedos (SPD) startete eine stattliche Radfahrergruppe dann zu einer Rundfahrt durch die Innenstadt. Mit dabei waren Bürger, Stadtverordnete und Verwaltungsmitarbeiter. 

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