Äpfel, Beeren und Nüsse kostenfrei ernten

Internetseite „mundraub.org“ verzeichnet ungenutzte Obstbäume im Werra-Meißner-Kreis

Ein Apfel am Baum am Werra-Ufer nahe des Witzenhäuser Campingplatzes.
.
+
Auf der Internetseite mundraub.org kartiert: Ein Apfelbaum am Werra-Ufer nahe des Witzenhäuser Campingplatzes. .

Unter den Bäumen am Straßenrand verfault das Obst, Beeren und Nüsse am Wegesrand verkommen. Abhilfe will die Internetseite mundraub.org schaffen. Sie listet Fundorte für ungenutzte Früchte auf – auch im Werra-Meißner-Kreis.

Werra-Meißner – Zehn Orte, an denen sich kostenlos ernten lässt, benennt die Internetseite in Witzenhausen, weitere drei in Bad Sooden-Allendorf. Die Internetseite fordert ihre Nutzer auf, die Besitzverhältnisse für die Bäume zu klären, bevor sie in der Karte markiert werden. Überprüfen können die Betreiber das kaum. Sie betonen weiter: „Für den Eigenbedarf pflücken ist erlaubt, aber nicht in großem Stil gewerbsmäßig, dazu braucht es eine behördliche Genehmigung.“ Neben den Standorten steuert die Internetseite Informationen zu den verschiedenen Früchten bei und schlägt Rezepte zu deren Zubereitung vor.

Auf hochauflösenden Landkarten, die jedes Gebäude einzeln verzeichnen, haben Nutzer wie „Brombeere123“, „Martanus“ oder „wooden_stick“ die Standorte der Büsche und Bäume verzeichnet, auch schildern sie ihre Erfahrungen. So macht die Seite etwa auf Apfelbäume und Haselnusssträucher am Feldweg aufmerksam, der vom Witzenhäuser Campingplatz Am Sande zur Werra führt. Nutzer „Joshua91“ kommentiert: „Gerade da gewesen, super Baum, hängt alles voll.“ Mundraub erwähnt Kirschbäume an der Werra auf Höhe der Bleichengasse sowie an der Bischhäuser Aue auf der Höhe des Herkules-Markts. Einschränkender Hinweis von „wooden_stick“: „nicht mega aromatisch“. Eine Felsenbirne hat „wooden_stick“ beim Studentenwohnheim Vor dem Rabensberg 18 entdeckt. Die saftigen Früchte, die nach Marzipan schmecken, enthalten viel Vitamin C, ergänzt das Mundraub-Team. Gerbstoffe würden bei Entzündungen in Mund und Hals Abhilfe schaffen. Die Seite warnt davor, die Kerne mitzuessen. Sie störten die Verdauung.

„Martanus“ erwähnt zudem den „UnvergEssbar“-Schaugarten, den der Verein Transition Town Witzenhausen 2012 am Nordbahnhofsweg angelegt hat. Viel zu ernten gibt es dort allerdings momentan nicht. „Ich habe die Leitung des Projekts im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen abgegeben“, erklärt Jessica Lloyd. „Wir suchen Freiwillige“, erklärt Vereinssprecher Hans Spinn.

Nutzer „Olli-z“ berichtet von mehr als zehn Kirschbäumen, die am Weg hinauf zur Burg Ludwigstein stehen. Die Früchte seien allerdings größtenteils nur mit der Leiter erreichbar, schreibt er. Der Nutzer „Streuobstwiese“ hat an einem Weg nahe der Asbacher Landstraße in Bad Sooden-Allendorf Haselnussbüsche entdeckt. Nutzer Äpfel.chen führt Apfelbäume in der Feldmark nahe der Sudetenstraße in Allendorf an.

„Es sind bei weitem nicht alle Standorte aufgeführt“, bedauert Robert Görlitz aus Werleshausen. In Großstädten seien viel mehr Fundorte verzeichnet. „So habe ich in Göttingen Bäume gefunden, wo ich an einem Nachmittag 200 Kilogramm Äpfel zum Mosten ernten konnte.“ (Von Michael Caspar)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.